1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Schützenfest in Schermbeck auf drei Kneipen verteilt

Schermbeck : Schützenfest auf drei Kneipen verteilt

„Kilian in Schermbeck findet statt – nur anders.“ Das war die wichtigste Mitteilung, die Schützenpräsident Ralf Daunheimer im Hinblick auf Schermbecks größtes Volksfest am Donnerstag ausgesendet hat.

Die sonst üblichen Feiern vom großen Thronball am Freitagabend über das Vogelschießen und die Krönung am Samstag, das Frühschoppenkonzert am Sonntag bis hin zum Bataillonsnachmittag am Montag fallen in diesem Jahr zwar aus, aber die Gilde hat mit vielen kleinen Mosaiksteinchen dafür gesorgt, dass Kilian nicht in Vergessenheit gerät und es genügend Anlässe gibt, um von weither in gewohnter Weise anzureisen, um mit Freunden und Verwandten ein Volksfest der ersten Corona-Klasse zu genießen.

Das Coronavirus bestimmt in diesem Jahr den Ablauf des Kilianfestes. Das Fest wird von der Devise geleitet: Massenandrang vermeiden und Abstände halten. „Schützenvereine stehen unter der besonderen Beobachtung der Bevölkerung“, begründet Vorstandsmitglied Wolfgang Lensing den Verzicht auf manchen liebgewonnenen Part des Festtags-Programms. So werden die Schützen in diesem Jahr beweisen, dass Kilian auch fernab von Theken oder von der Vogelrute gefeiert werden kann. „Denn“, so Daunheimer, „Kilian findet im Kopf und im Herzen statt.“

Für Ralf Daunheimer ist es das erste Fest, das er in der Nachfolge von Rainer Gardemann als Präsident leitet. Der 44-jährige wohnt in Rüste, dem ältesten urkundlich erwähnten Ortsteil Schermbecks. „Das Jahr hatte ich mir ganz anders vorgestellt“, bedauerte Daunheimer am Donnerstag den Zusammenschnitt des Programms.

Das Vortrommeln, welches bereits in der letzten Woche stattfand, wird bis zur kommenden Woche fortgesetzt. Begeisterte Kilianer haben an verschiedenen Stellen im rheinischen Teil Schermbecks ihre Häuser mit grün-weißen Fahnen geschmückt. Das nahm Ralf Daunheimer zum Anlass, seinen Dank für diesen Schmuck mit der Bitte an weitere Schermbecker zu verbinden: „Hängt am Wochenende vom 10. bis 13. Juli eure Kiliansfahnen heraus!“ Wer noch keine besitzt, kann im Rahmen der Schützeneintragung eine Fahne erwerben. Für die häuslichen Schützenfest-Feiern können Mauritiustüten (15 Euro) erworben werden mit Süßigkeiten, Sekt, Bier und Wurst.

Die Eintragung findet am Samstag, 11. Juli, zwischen 15 und 19 Uhr an der Brücke über den Scherenbach zwischen Schermbecker Ehrenmal und unterer Burgmühle statt. Schützenkarten gibt es zum Preis von fünf Euro. Die Karte ist in vier Abschnitte aufgeteilt. Der erste Abschnitt verhilft zum Bierchen bei der Eintragung. Die drei anderen Abschnitte können am Samstag gegen Getränke in den drei Lokalen Overkämping-Schult, Schermbecker Mitte und Gaststätte Am Rathaus eingelöst werden. Der Aufenthalt in verschiedenen Gaststätten verhindert Massenansammlungen an einem einzigen Ort und ist zugleich ein klares Signal der Gilde, die örtlichen Firmen zu unterstützen.

Mit einigen Erinnerungen an Kilian wartet die Gilde auf ihrer Facebook-Seite auf. Unter #kilinfindetstatt#nuranders“ werden Videoclips der schönste Momente des letztjährigen Schützenfestes ebenso gezeigt wie Geschichtsbeiträge zum großen Zapfenstreich und zu Mauritius und seinem Verhältnis zu Schermbeck. In mehreren Interviews erfahren die User der Facebook-Seite, was Kilian für Schermbecker ausmacht.

Zu den Gruppen, die der Gilde Videogrüße senden, gehören der Männergesangverein Eintracht und die Feuerwehr. Schon jetzt kann man in einem Video sehen, wie sehr sich der Goldkönig Heinz Verwaayen freute, als ihn eine Abordnung der Gilde in Ahaus besuchte, um ihm und seiner Mitregentin Ludgera Kraß zu gratulieren.

„Es gibt an den einzelnen Kilianstagen noch einige Überraschungen“, versprach am Donnerstag Ralf Daunheimer, ohne Details zu benennen, um zu verhindern, dass sich größere Gruppen ansammeln können. Spätestens durch Fotos und Videos werden die Kilianer im Nachhinein erfahren, was in den Kleingruppen an den Festtagen geschehen ist.