Schüler lernen bei der DLRG Wesel richtig schwimmen

Zweitklässler im Heubergbad : Schüler lernen richtig schwimmen

DLRG-Projekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken“ startet im Heuberg-Bad. 100 Zweitklässler der Grundschule Feldmark lernen für mehr Sicherheit im Wasser.

„Und jetzt taucht ihr so weit ihr kommt!“, ruft Ralf List mit lauter Stimme in die Halle. Die braucht er auch. Im Schwimmbecken des Weseler Heubergbades tummeln sich an diesem Morgen rund 50 Kinder. Sie kommen von der Gemeinschaftsgrundschule in der Feldmark, besuchen die zweite Jahrgangsstufe und haben erstmals ein neues Hauptfach auf ihrem Stundenplan: Schwimmen.

„Mathe schützt nicht vor Ertrinken“ heißt das Projekt der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Wesel, das nun in einer Pilotphase mit den Feldmarker Grundschülern getestet wird. Insgesamt sind 100 Mädchen und Jungen beteiligt, aufgeteilt in zwei Gruppen.

„Immer weniger Kinder können das Schwimmen lernen“, sagt Ralf List von der DLRG. „Mit diesem Projekt wollen wir Kinder erreichen, deren Eltern nicht die finanziellen Mittel für einen Schwimmkurs haben.“ Vor und nach den Osterferien haben die Schüler nun an insgesamt acht Tagen für eine Stunde Schwimmunterricht. „Rund 80 Prozent der Kinder sind nicht sicher im Schwimmen“, sagt List. Das Schwimmprojekt soll dies langfristig ändern.

Schwimmer der Rettungsgesellschaft, Azubis des Heubergbades und Lehrer der Grundschule betreuen die jungen Schwimmer in kleinen Gruppen. List hat an diesem Morgen zwölf Schützlinge in seinem Blick, „Anwärter für das Seepferdchen“, erzählt er. Zu Beginn wurden die Kinder entsprechend ihrem Leistungsstand aufgeteilt. „Als nächstes machen wir den Raddampfer“, ruft er den Schülern zu und macht ihnen die Übung vor. „Das sieht dann aus wie Hundepaddeln“, sagt er und lacht. Doch die Übung erfüllt ihren Zweck: Die Kinder erlernen die Grundlagen fürs Rückenschwimmen. Dass das bei manchen etwas unbeholfen aussieht, ist dabei nicht schlimm. „Die Kinder erlernen zunächst die Grobformen beim Schwimmen, später geht es dann an die Feinarbeiten“, so List. Aber: „Eine gewisse Grundform sollte immer gegeben sein, sonst kann man es nur schwer hinterher korrigieren.“ Die Kinder sollen sich an das Wasser gewöhnen, Ängste abbauen und Schritt für Schritt sicherer werden. „Viele versuchen es am Anfang mit enormer Kraft“, sagt List. „Aber eine Dosierung ist unheimlich wichtig. Die Kinder sollen lernen, wie sie Gas und Bremse beim Schwimmen richtig einsetzen.“

Das gelingt bereits nach wenigen Übungen. Bei den Wiederholungen zeigt sich, dass viele der Mädchen und Jungen aus der Feldmark bereits den Kopf richtig halten oder die Arme richtig ausrudern. Ein kleiner Teilerfolg, an den in den nächsten Tagen angeknüpft werden kann. „Unser Ziel ist es, langfristig alle Grundschulen in Wesel zu erreichen und für das Projekt zu begeistern“, sagt List.

Malin im US-Interview. Foto: ja/Konrad Duden Gymnasium
Celina wird für US-Fernsehen interviewt. Foto: ja/Konrad Duden Gymnasium

Ziel Nach der Pilotphase sollen alle Grundschulen in Wesel für das Projekt begeistert werden. Infos gibt es bei Ralf List, per Mail an ausbildung@wesel.dlrg.de.

(dmt)
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