Wesel Schokoticket ist alternativlos

Wesel · Weil es keine andere Lösung gibt, hat der Rat am Dienstag die Einführung des teuren Schokotickets für Schüler beschlossen, die auf den Bus angewiesen sind. Finanzschwache Familien will die Stadt entlasten.

 Die Entscheidung ist gefallen: Zum 1. August löst das Schokoticket des VRR (144 Euro Eigenanteil im Jahr) das bisher freie Azubi-Ticket ab.

Die Entscheidung ist gefallen: Zum 1. August löst das Schokoticket des VRR (144 Euro Eigenanteil im Jahr) das bisher freie Azubi-Ticket ab.

Foto: Archiv

In der letzten Sitzung vor der mehr als sechswöchigen Sommerpause hat der Rat gestern noch einige wichtige Entscheidungen getroffen bzw. Themen diskutiert.

Wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht, wird das ungeliebte, weil für Eltern zuschusspflichtige Schokoticket zum 1. August eingeführt. Der Rat hielt sich bei seiner einstimmigen Entscheidung allerdings ein Hintertürchen offen.

Denn sollte der VRR-Verwaltungsrat in seiner Sitzung am 4. Juli entscheiden, dass das im Februar übergangsweise in Wesel eingeführte Azubi-Ticket (ohne Zuzahlung für freifahrtsberechtigte Schüler) auch weiter gilt, wäre das Thema Schokoticket vom Tisch. Doch damit rechnet niemand ernsthaft.

Um sozial schwache Familien zu entlasten, die im Jahr weniger als 15 000 Euro brutto verdienen, wird die Stadt den Eigenanteil (zwölf Euro fürs erste, sechs Euro fürs zweite Kind; Grundschüler sechs Euro) komplett übernehmen. Bei Empfängern von Hartz IV trägt die Stadt den Teilbetrag, den das Jobcenter nicht bezahlt.

Hochschule Dass Wesel ab Herbst 2013 neuer Standort der privaten Essener FOM Hochschule für Oekonomie und Management wird (RP berichtete ausführlich), fand bei der Ampel-Koalition reichlich Beifall. Thomas Koch (Grüne) geht davon aus, dass Wesel auch für die Hochschule Rhein-Waal (Kamp-Lintfort/Kleve) auf Dauer interessant sein könnte und man in Wesel "mit Chemie und Logistik etwas machen könnte". Und Friedrich Eifert (FDP) mahnte, wegen der FOM-Ansiedlung nicht den Kontakt zur Hochschule Rhein-Waal zu verlieren.

Stadtelternrat Harsch war die Kritik von Ulrike Freund, der kommissarischen Vorsitzenden des neu gegründeten Stadtelternrates, an der mangelhaften Kommunikation der Verwaltung.

Nach einem Gespräch zwischen Schuldezernent Dirk Haarmann und Ulrike Freund am Montag, machte Haarmann im Rat unter anderem deutlich, dass der Stadtelternrat künftig nicht nur an Sitzungen des Schulausschusses teilnehmen "kann", sondern "soll". Thomas Kochs Hinweis, dass dem Stadtelternrat Vertreter möglichst aller Schulen angehören sollten (derzeit 15 von 20), weil es sonst "zu Komplikationen kommen könnte", widersprachen CDU und FDP heftig.

Hafengesellschaft Natürlich war auch das am Freitag erarbeitete Eckpunktepapier zur Gründung der Hafenkooperation zwischen dem Kreis Wesel und den Städten Wesel und Voerde Thema im Rat. Einstimmig fiel die Entscheidung, dass die Verwaltung alle notwendigen Verträge und Beschlüsse vorbereitet. Am 22. August, einen Tag nach den Ferien und neun Tage vor Ende der Frist, sollen sie zur Sondersitzung des Rates entscheidungsreif vorliegen.

(RP/rl)
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