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Hamminkeln: Schlierf für Tempo an der Betuwe

Hamminkeln : Schlierf für Tempo an der Betuwe

Nachdem die Finanzierung für den Ausbau der Strecke steht, dürfe man jetzt keine Zeit verlieren, so der Bürgermeister: "Sonst passt der Rahmen nicht."

Bürgeremeister Holger Schlierf wünscht sich Volldampf auf dem Kessel beim Ausbau der Betuwe-Linie. Je mehr Zeit ins Land gehe, so seine Befürchtung, desto höher werden die Kosten und desto enger werde in der Folge der Kostenrahmen. Der sei nun vor den Ferien durch die Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund, Land und Bahn auf 1,5 Milliarden Euro festgezurrt worden. "Das ist im Grunde eine erfreuliche Nachricht", sagte der Sprecher der Anrainer-Kommunen gestern als Gast bei der Senioren Union im Ringenberger Gasthof Buschmann.

Doch Schlierfs äußerte zwiespältige Gefühle. Es sei gut, dass die bis zuletzt vorhandenen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Ausbauplanung und an ihrer Umsetzung nun wohl ausgeräumt seien. Andererseits würde die nun vereinbarte Investitionssumme kaum noch einmal erhöht werden. Daher äußerte er den eindringlichen Appell: "Da nn aber bitte schnell, sonst passt der Rahmen nicht mehr." Wie die Forderungen der Stadt nach einer Tieferlegung der Gleise in Mehrhoog dazu passen, dazu sagte der Bürgermeister nichts. Ebenso wenig, wie er in dem Zusammenhang die Maßgabe bewertet, dass bei der Beseitigung der Bahnübergänge Konsens gefordert sei, damit das Land die anteiligen Kosten dafür übernimmt. Nur so viel: "Wir müssen uns wohlverhalten." Klagt eine Stadt gegen die Pläne der Bahn, ist das Geld weg.

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Der Bürgermeister schlug moderate Töne an. Er wolle gegen die Pläne der Bahn "nicht kämpfen", sondern die Planer von besseren Lösungen für die nächsten 100 Jahre "überzeugen". Er hoffe, dass es gelinge zu angemessenem Lärm- und Erschütterungsschutz zu kommen, zu ordentlichen Bahnhöfen ohne Angsträume, zu einem hohen Maß an Sicherheit und zu schnellem Ersatz für die heutigen Bahnübergänge, vor denen sich unzumutbar lange Schlangen bilden.

Er könne nur hoffen, so Schlierf weiter, dass die Prognosezahlen für die Strecke stimmen. Momentan gehe man bis 2026 von 126 Zügen täglich aus, er habe aber auch schon die Zahl von 388 Zügen binnen 24 Stunden gehört.

(bp)