Schleusenbaustelle sorgt für Ärger in Wesel und Xanten

Radtouristen und Anwohner sind genervt : Schleusenbaustelle sorgt für Ärger

Die zweimonatige Vollsperrung des Eyländer Wegs zwingt zu weiten Umwegen.

Die Sanierung der Göt-Schleuse steht schon seit längerem auf dem Plan, seit gut einer Woche wird an dem Bauwerk nahe dem Xantener Fährkopf gearbeitet. Zwei Monate können Radler und andere Verkehrsteilnehmer deshalb diese Stelle nicht passieren – sehr zum Ärger der Ausflügler, die auf dem sogenannten Keer-tröch-Weg unterwegs sind, und etlicher Bewohner der linksrheinischen Weseler Ortsteile.

Maria Engels, die in Perrich in ihrem Haus Landidyll eine Ferienwohnung vermietet, findet die Vollsperrung des Eyländer Wegs alles andere als passend, zumal sie mitten in der Radsaison liegt. Eine Umleitung ist zwar ausgeschildert, der Umweg über die L 460 und B 57 bedeutet aber laut Engels zusätzliche neun Kilometer, teils an stark befahrenen Straßen. Und: Die Beschilderung vom Naturforum zurück in Richtung Wesel in Werrich ist auch noch irreführend, wie Engels festgestellt hat. Außerdem komme es an Wochenenden teilweise zu gefährlichen Situationen. Denn es sind hier nicht nur Radfahrer, sondern auch Autos und Motorräder unterwegs. Dazu gibt es eine weitere Baustelle in Ginderich. Wegen Kanalbauarbeiten ist die Durchfahrt Werricher Straße gesperrt.

Von Xanten aus würden Verkehrsteilnehmer zwar in die Birtener Straße und dann in den Wirtschaftsweg Niederfeld über Werrich geleitet, um zum Auencafé und Naturforum zu gelangen. Offiziell ist dieser Weg aber nur für Anlieger freigegeben. Ortsunkundige fänden sich nicht zurecht. Die Kritik der Ferienwohnungsvermieterin richtet sich auch gegen Wesel-Marketing. Von dort hat sie einen Abrissblock erhalten, auf dem der Keer-tröch-Rundweg eingezeichnet ist. Zurzeit könne sie die Karte ihren Gästen allerdings nicht an die Hand geben, auch wenn sie keine Mitteilung über die Veränderung erhalten habe. Maria Engels weiß aber immerhin von der Sperrung. Viele Radler ahnen das nämlich nicht und fahren in die Falle, weil auf der rechten Rheinseite niemand bekanntgegeben hat, dass die Vollsperrung den direkten Weg zur Rheinfähre unmöglich macht.

Zahlreiche Radtouristen sind auch mit der Fähre unterwegs, wenn sie den Wallfahrtsort Ginderich besuchen. Der Gindericher Heinrich Henrichs hat für den 12. Juni beispielsweise eine Anmeldung von der Senioren-Union Haminkeln vorliegen. 50 Leute wollen per Rad pilgern und haben eine Sonderfahrt mit der Fähre gebucht. Henrichs hat sich an den Deichgräf gewandt und nach einer mobilen Überfahrtslösung gefragt, die nach der Gruppe wieder flott abgebaut werden könnte. Aber da sei nix zu machen, schildert Henrichs, der sich keinen Rat mehr weiß.

Der Bereich der Göt-Schleuse am Eyländer Weg. Foto: Volker Herold

Als fahrradfreundliche Stadt könne man die momentane Situation nicht gutheißen, so Engels. Aus dem Weseler Rathaus gibt es übrigens ebenfalls keinen offiziellen Hinweis auf die rüde Unterbrechung der reizvollen, 24,3 Kilometer langen Radroute parallel zum Rhein, die als touristisches Highlight gepriesen wird. Maria Engels hat ihre Meinung unter anderem bereits Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Wesel-Marketing-Geschäftsführer Thomas Brocker und der SPD mitgeteilt. Sie regt eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer an. Bei einer Sanierung vor Jahren habe es auch eine gegeben.

(P.H./fws)
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