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Hamminkeln: Schildbürgerstreich in Hamminkeln: Bügel statt Parkplätze

Hamminkeln : Schildbürgerstreich in Hamminkeln: Bügel statt Parkplätze

Der Parkplatz an der Kirche St. Mariä Himmelfahrt wird seit Jahrzehnten genutzt, nun ziehen Stadt und Kirche einen Trennungsstrich.

Gefühlt war er schon immer da, der Parkplatz an der Kirche St. Mariä Himmelfahrt an der Diersfordter Straße. Schön für Kirchenbesucher, gut für die Innenstadt. Deshalb schreckt es nun Anwohner und Autofahrer auf, wenn die Leute vom Bauhof ganze Arbeit leisten und mitten auf den Stellplätzen Bügel installieren und gepflasterte Parkkennzeichnungen herausreißen.

Niemand nutzt es, dass so Stellraum vernichtet werden, und niemand benötigt die Fläche für irgendwas anderes. Die Grenzziehung ist Folge eines Streits zwischen Stadtverwaltung und der Pfarrgemeinde Maria Frieden - ein Schildbürgerstreich.

Es begann mit Reparaturarbeiten an der Kirche, für die ein Kranwagen auf dem Parkplatz platziert wurde, dessen Gewicht zu viel für den Untergrund war. Die Kirche übernahm die Reparatur. Dabei kam der ganz Parkplatz in den Blick, von dem ein Teil der Stadt, der andere Teil der Pfarre gehört, die ihn kostenlos als öffentliche Parkfläche hergegeben hat. Darüber gab es einen alten Vertrag. Nun ging es um einen neuen und die Fragen wie Unterhaltung, Winterdienst, Sicherung. Ein dreiviertel Jahr ging es hin und her. "Wir konnten uns nicht einigen, ein Kirchenvorstandsbeschluss war die Folge, weil es keinen gemeinsamen Nenner gab", sagt der Leitende Pfarrer Ralf Lamers. Dahinter dürfte mehr stecken, zwischen Stadt und Kirche läuft einiges nicht rund.

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Jedenfalls: Die Kirche forderte die Stadt auf, nur ihren Grundstücksanteil zu nutzen. Eifrige Amtsleute schauten ins Kataster, nahmen Maß - und stellten fest, dass die Grundstücksgrenze, die bisher niemanden interessiert hat, mitten durch neun Parkplätze verläuft. Genau hier werden die Bügel gesetzt. Folge: es bleibt nur Platz für längs aufgestellte Autos, vier statt neun senkrechte aufgemalte Stellplätze. Bernhard Payer, Cheftechniker in der Hamminkelner Stadtverwaltung, hält sich bedeckt. "Wir haben vertraglich keine Wahl", sagt er. Man gebe die Hoffnung auf eine Einigung nicht auf, könne die Hindernisse schnell wieder entfernen. Ob das jemand versteht? In der Innenstadt befürchten viele im Zuge des Ausbaus an der Raiffeisenstraße Parkplatzpobleme, ein paar Meter beseitigt Schilda Stellplätze. Mal sehen, was passiert. Gestern kam auch die Einladung zur Debatte "Neues Verkehrskonzept für den Ortsteil Hamminkeln" am Mittwoch, 6. Juni, um 20 Uhr im Gasthaus Götz. Das passt ja.

(thh)