Schermbeckerin erfindet Lächel-Shirt

Schermbeck : Schermbeckerin erfindet Lächel-Shirt

Simone Abelmann aus Schermbeck fertigt T-Shirts und unterstützt damit drei karitative Einrichtungen. Verbunden damit ist auch eine Vision: Sie hofft, dass sich zahlreiche Menschen vom Grinsen ihres T-Shirts anstecken lassen

Ein Lächeln in die Welt hinaustragen – und damit Gutes tun: Davon versteht Simone Abelmann etwas. Die Schermbeckerin kreiert T-Shirts für einen guten Zweck. Ihr neuer Modestil ist zum Selbstläufer geworden. Großer Mund auf T-Shirt. Da war doch was. Auf ihrem T-Shirt ist allerdings nicht etwa eine Zunge, wie bei den Rolling Stones, zu sehen, sondern ein Mund mit großen Lippen, der ein breites Grinsen mit Zähnen offenbart. Das Motiv wirkt modern, aufgeschlossen und freundlich – und animiert Betrachter zur Spiegeltechnik: Das Gegenüber lächelt zurück. Fordert buchstäblich dazu auf, mit den Worten „Bitte lächeln“. Was die Erfinderin nur bestätigen kann: „Ich habe festgestellt, wann immer ich dieses T-Shirt trage, bekomme ich ein Lächeln zurück“, sagt Abelmann zu ihrem Mode-Shirt.

Aus einer kreativen Idee ist ein Herzensprojekt entstanden, das die 47-Jährige nun weiter ausbauen möchte. Vor allem für die Menschen, denen es nicht so gut geht. Deshalb fließt die Hälfte der Einnahmen aus dem Verkauf in drei karitative Einrichtungen: Die „Dorstener Tafel“, das „Kinderhospiz Ruhrgebiet“ und an den Verein „Hexenkinder in Nigeria“.

Warum gleich drei Organisationen? „Ich konnte mich einfach nicht für einen Verein entscheiden. Zum einen sollte das Geld für Menschen in meiner Nähe verwendet werden, zum anderen wollte ich den schwarzen Kontinent nicht vergessen“. Gemeint ist damit der Verein „Hexenkinder“. In afrikanischen Ländern werden Kinder so bezeichnet, wenn ihnen magische Fähigkeiten zugeschrieben werden. Der Aberglaube, sie könnten Schaden herbeizaubern, ist dort zum Teil noch tief verwurzelt. Und daher werden die so stigmatisierten „Hexenkinder“ häufig von ihren Müttern ausgesetzt, verfolgt und gar ermordet.

Umso wichtiger ist es, ein Zeichen zu setzen: Die Charité-Kollektion ist für Männer, Frauen und Kinder gleichermaßen gedacht. Die T-Shirts gibt es in allen Farben und Größen.

Doch wie jede große Vision entstand die Idee im Kleinen: Genauer im August 2017 auf einem Seminar mit dem Namen Sketch Note (zu Deutsch gezeichnete Notiz). Hier konnte Abelmann, die hauptberuflich seit 20 Jahren im IT-Bereich mit Schwerpunkt Web-Design arbeitet, endlich ihren Pinsel schwingen. Kurzerhand setzte sie das um, was sie bis dahin nur vom Bildschirm kannte.

„Im Gegensatz zu dem, was ich bisher gemacht hatte, stellte ich fest, dass es mit einem Stift und dem Zeichnen ebenfalls gut funktioniert“, erinnert sich die Mutter von zwei Töchtern an ihre ersten zeichnerischen Schritte.

Erste Skizzen seien schon früh entstanden. Was sie skizzierte? „Eigentlich alles, was so in meinem Leben passierte, angefangen von Reiseerlebnissen und Urlaubsimpressionen“ – Ideen, die ihren Platz im Tagebuch fanden – und noch heute dort schlummern.

Bei dem Seminar allerdings sei ihr die Idee mit dem lachenden Mund gekommen. „Als ich den Mund fertig auf meinem Zeichenblock vor mir liegen sah, hat mich das Motiv so begeistert, dass ich es mir auf ein T-Shirt drucken ließ“, sagt Abelmann weiter. Mittlerweile tragen auch ihre Töchter das Lächeln in die Welt hinaus. Selbst im Bekannten- und Freundeskreis zählt das breite Grinsen mit großem Mund längst zur Garderobe. Die Nachfrage nach dem Kleidungsstück sei so hoch, dass die Schermbeckerin nun einen Online-Verkaufsshop eingerichtet hat.

Außerdem hat sie eine Vision: Simone Abelmann hofft, dass sich zahlreiche Menschen in Deutschland vom Grinsen ihres T-Shirts anstecken lassen und dass gemeinsam ein Zeichen gesetzt wird:„Es geht uns sehr gut, wir leben an einem sicheren Ort in Deutschland. Ohne Krieg. Wir sind gesund. Dieses Glück hat nicht jeder Mensch auf der Welt. Deshalb möchte ich andere Menschen daran teilhaben lassen und etwas davon abgeben, was sie selber nicht haben“. Bleibt für die Botschaft aus Schermbeck nur noch eines zu sagen: Bitte lächeln. Nicht nur beim Anblick des Lachmund-Shirts...

(pbo)
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