1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Schermbecker Eheleute Sax sind seit 60 Jahren verheiratet

Ehejubiläum in Schermbeck : Eheleute Sax feiern diamantene Hochzeit

Ferdinand und Gertrud Sax sind seit 60 Jahren verheiratet. Der Fleischermeister ist großer Pferdeliebhaber und wurde im Jahr 2000 für seine ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstorden geehrt.

So hatten sich Gertrud und Ferdinand Sax ihre Diamantene Hochzeit nicht vorgestellt. Nach der Silberhochzeit in Kanada und nach der Goldhochzeit im Kölner Kolpinghaus hielt das Coronavirus gestern das Brichter Diamanthochzeitspaar im Haus am Waldweg, wo Sohn Hans und Enkel Ferdinand dem Jubelpaar im kleinen Kreis gratulierten.

In Dorsten wuchs Ferdinand Sax im Kreise von vier Geschwistern auf. Nach dem Besuch der Volksschule und der Handelsschule absolvierte er eine zweieinhalbjährige Fleischerlehre in Gelsenkirchen. 1959 bestand er die Meisterprüfung in Frankfurt am Main.

Die Schermbeckerin Gertrud Verwaayen erlernte nach dem Besuch der Volksschule und der Hauswirtschaftsschule im St. Mauritzer Kloster im elterlichen Schermbecker Betrieb den Beruf einer Verkäuferin. Zum ersten Mal begegneten sich der Westfale und die Rheinländerin an Overkämpings Viehwaage im rheinischen Schermbeck. Gertrud Verwaayens Schweine erwiesen sich an der Waage so störrisch, dass Ferdinand Sax sich als hilfreicher Kavalier erweisen konnte. An diese Begegnung erinnerten sich die beiden, als sie sich ein halbes Jahr später im Rahmen einer Versammlung des Gesellenvereins im Dorstener Goldenen Anker ein zweites Mal begegneten. Spätestens beim dritten Treffen im Café Schnitzler nahe der Schermbecker Ludgeruskirche funkte es zwischen den beiden. 1959 verlobten sie sich.

  • Franz und Anneli Köster feiern ihre
    Goldhochzeit in Schermbeck : Anneli und Franz Köster sind seit 50 Jahren verheiratet
  • Hausmeister Torsten Leiers war einer der
    Hilfe für den benachbarten Kreis : Mediziner aus Schermbeck impft Lehrer in Dorsten
  • Die Gemeinde Schermbeck vertritt die Auffassung,
    Gemeinde kritisiert Regionalverband Ruhr : Schermbeck hält am Gewerbegebiet Rüster Feld fest

Als Schützenkönig des Schützenvereins Feldmark leistete Ferdinand Sax 1960 und 1961 den Wehrdienst. Am 30. April 1961 fand in Dorsten die standesamtliche Trauung statt. Anschließend brachte Karl Enning seine Kegelschwester Gertrud zur neuen Johannes-Kirche in der Dorstener Feldmark, wo das Brautpaar den kirchlichen Segen für den gemeinsamen Lebensweg erhielt.

Im selben Jahr pachtete das junge Ehepaar Sax die Fleischerei Röttger in Waltrop für zehn Jahre. Während dieser Zeit wurde Ferdinand Sax erstmals ehrenamtlich tätig für das Fleischer-Handwerk. Sein großes Vorbild war der Vater Ferdinand Sax sen., der bis zu seinem Tode im Jahre 1972 Obermeister der Fleischer-Innung Dorsten war.

1965 wurde Ferdinand Sax jun. Vorstandsmitglied der Fleischer-Innung Recklinghausen. Das blieb auch so bis zum Jahre 1971, als das Ehepaar Sax nach Beendigung der Pacht in Waltrop von Ferdinand Sax sen. die elterliche Fleischerei in Dorsten kaufte. Die Fleischerei, die als reines Ladengeschäft geführt wurde, hatte zum Schluss 25 Mitarbeiter.

Die Leitung des eigenen Betriebs hat Ferdinand Sax jun. nicht davon abhalten können, sein ehrenamtliches Tun fortzusetzen, 1972 übernahm er den Vorsitz des Ausschusses, der für die Prüfung von Fleischerlehrlingen und Verkäuferinnen zuständig war. Ab 1975 war er als Innungsobermeister für die Fleischer-Innung Dorsten im Einsatz, zudem als Vertreter der Kreishandwerkerschaft (KH) Recklinghausen, des Fleischer-Innunsgverbandes NRW und des Deutschen Fleischerverbandes tätig.

1990 wurde Ferdinand Sax unter anderem Mitglied des Lebensmittel-Rechtsausschusses innerhalb des nordrhein-westfälischen Fleischer-Innungsverbandes. Für sein großes ehrenamtliches Engagement, das auch die Tätigkeit als Pferdesport-Funktionär der Dinslakener Trabrennbahn umfasste, wurde ihm im Jahre 2000 der Bundesverdienstorden überreicht. Fünf Jahre später erhielt er die goldene Medaille des Landes-Innungsverbandes der NRW-Fleischer.

Während Gertrud Sax ihrer Schwiegertochter im Haushalt hilft, treibt es ihren Mann schon nach dem Frühstück hinaus, um die Pferde zu füttern. Durch den Kauf des Hofes Vengels in Bricht wurde 1972 der Grundstein für eine erfolgreiche Traberzucht gelegt. Schon in Waltrop hat Sax den ersten Traber erworben und die Amateurfahrerprüfung bestanden und dann selber erfolgreich Trabrennen gefahren. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen europäischen Ländern und sogar in den USA. Die Liebe zu den Pferden teilte auch seine Frau. Wenn ihr Mann beruflich nicht abkömmlich war, dann hat sie die Pferde zum Wettkampfort gebracht.

In der Freizeit hat Gertrud Sax etwa 30 Jahre lang mit drei Frauen Doppelkopf gespielt. Jetzt löst sie gerne Kreuzworträtsel. Da will ihr Mann nicht stören. Der zieht es vor, täglich 20 bis 30 Kilometer mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.