Schermbecker Bürger erheben Stimme gegen rechte Hetze

Engagement : Bürger erheben Stimme gegen rechte Hetze

Die Gruppe „Aufstehen gegen Rassismus“ will ihre Präsenz in diesem Jahr ausbauen.

Die Gruppe „Aufstehen gegen Rassismus“ wird ihre Aktivitäten gegen Rassismuss in diesem Jahr verstärkt fortsetzen. Darüber waren sich die Besucher des ersten Stammtischs in der Gaststätte Nappenfeld einig.

Unter Leitung von Willi Braick und Thomas Langenbrink diskutierten die Besucher über zunehmenden Rassismus und wachsende Hetze rechtsradikaler Gruppen. Dabei wurden auch die jüngsten Vorgänge im Rahmen der Wahlen in Thüringen thematisiert.

Die AfD sei zu einer ernsthaften Gefahr geworden für all jene, die nicht in ihr rechtes Weltbild passen. Die Gruppe „Aufstehen gegen Rassismus“ möchte nicht länger zusehen, wie die AfD zum Sammelbecken für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus werde und wie ihre Abgeordneten Nazi-Parolen betrieben und gegen Andersdenkende hetzten. „Wir wollen dem ein Ende machen“, umriss Willi Braick die Zielsetzung der Gruppe, die couragiert eingreifen will, wenn Menschen von Rassisten inmitten der demokratischen Gesellschaft attackiert werden. Auf menschenverachtende Stimmungsmache gegen Geflüchtete, gegen Muslime, Roma und Romnija, Sinti und Sintiza, Jüdinnen und Juden verwiesen die Stammtischbesucher.

Die Gruppe kritisierte nicht nur das rassistisches Verhalten von „AfD, Pegida, NPD & Co.“, sondern zeigte auch Alternativen auf. Asyl sei ein Menschenrecht. Deshalb werde die Gruppe auch weiterhin Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Überall dort, wo diese Gruppen demonstrieren, wolle die Gruppe „Aufstehen gegen Rassismus“ präsent sein und klar und deutlich sagen: „Wir stehen auf gegen Rassismus! Keine Stimme für rechte Hetze!“

Am heutigen Freitag, 14. Februar, will die Gruppe zeigen, wie sich in der Zeit des Nationalsozialismus das Leben innerhalb eines Dorfes verändert hat. Dazu hat die Gruppe die Schermbecker Autorin Marlis Fengels eingeladen. Sie wird in der Gaststätte Nappenfeld ab 19 Uhr Auszüge aus ihrem 2004 erschienenen Roman „Die Schönenbecker. Vom Untergang eines Dorfes“ vorlesen. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Im Mittelpunkt des Buches, in dessen fiktivem Handlungsort Schönenbeck der Leser viele Anklänge an das Leben im niederrheinisch-westfälischen Grenzort Schermbeck wiederfindet, steht die Geschichte der Familie Möllendorf, die 1893 das Gasthaus Zum Goldenen Schwan erwarb.

In insgesamt neun Kapiteln lernt der Leser das gesellschaftliche Leben des Ortes aus der Perspektive der Familie Möllendorf kennen, deren Gasthaus Mittelpunkt des geselligen und gesellschaftlichen Lebens ist. Ob und in welchem Ausmaß der fiktive Handlungsort Schönenbeck den realen Handlungsort Schermbeck darstellt, ist allenfalls für Pohlbürger wichtig, die einen Teil ihres Lebens wiederfinden könnten.

Die weitaus meisten Schermbecker (und Niederrheiner) aber können das Buch als genau das genießen, was es im Sinne der Autorin Marlis Fengels sein soll: ein Beispiel für das Leben von Menschen in einer Zeit des Übergangs der bürgerlichen Gesellschaft von der blühenden Kaiserzeit hin zum Nationalsozialismus mit seinen vielfältigen Zerstörungsmechanismen, deren Hauptopfer die jüdische Bevölkerung geworden ist.