1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Schermbeck: Wegekonzept jetzt öffentlich diskutiert

Schermbeck : Wegekonzept wird jetzt öffentlich diskutiert

Die Gemeinde Schermbeck hat die Qualität der Wirtschaftswege untersucht. Bürger können ihre eigene Bewertung hinterlegen. Auf dieser Basis wird nachjustiert.

Die Zeit für die Gemeinde Schermbeck drängt etwas: Um Fördermittel in Höhe von 70 Prozent für die Erstellung des gemeindlichen Wirtschaftswegekonzeptes kassieren zu können, muss das Konzept bis zum 30. Oktober eingereicht werden.

Im April wurde die Zielsetzung des Konzeptes durch die Meller Gesellschaft für kommunale Infrastruktur (Ge-Komm GmbH) vorgestellt. Wie Geschäftsführer Eugen Bitjukov am Donnerstagabend erläuterte, wurden bislang alle öffentlichen Wege der Gemeinde im Rahmen einer Geländebefahrung erfasst. Die gewonnenen Daten wurden mit weiteren Daten aus dem Internet und mit Luftbildern verglichen. Es entstand eine Bewertung des Ist-Zustandes aller Wege, wobei die Kategorien A bis I festgelegt wurden.

Diesen Ist-Zustand hat ein Arbeitskreis während dreier Sitzungen bewertet und zu einem Soll-Zustand umbenannt. Zu dieser Arbeitsgruppe gehörten die Ortslandwirte und Tourismusvertreter ebenso wie die Vertreter der Ratsfraktionen, der Verwaltung und der Feuerwehr. Von ihnen wurde eine Wunschvorstellung für die langfristige Kategorisierung der Wege erarbeitet. „Nichts ist in Stein gemeißelt“, stellte Bürgermeister Mike Rexforth fest und ermunterte die 28 Besucher, Wünsche und Anregungen zu äußern, die sich mit der bislang festgelegten Kategorisierung der Wege befassen. Davon machten fast ausschließlich Landwirte Gebrauch.

Da am ersten Infoabend nur die Bewohner der Gemarkungen Altschermbeck, Schermbeck, Bricht, Uefte, Overbeck und Rüste eingeladen wurden, drehten sich die Diskussionen auch nur um Wegebeispiele aus diesem Bereich. Bitjukov zeigte anhand von Karten und Fotografien Beispiele von Wegen aller Kategorien. Die sich anschließenden Diskussionen kreisten um die Ausbauart und die Nutzungsdichte bis hin zur Frage, ob die Wege überhaupt noch benötigt werden. Mehrfach wurden Fragen nach der Finanzierung gestellt. Der Bürgermeister machte deutlich, dass die bisherigen Mittel von jährlich 150.000 bis 200.000 Euro nicht ausreichen, um Wege nachhaltig zu sanieren. Deshalb strebt die Gemeinde die Gründung eines Wirtschaftswegzweckverbandes an. Der wird derzeit noch vom Land NRW ausgebremst, weil auch das Land über seine Flächen im Schermbecker Raum finanziell beteiligt werden müsste. Vorerst wird die Sanierung der Wege noch aus dem Steueraufkommen der Gemeinde bezahlt. Sollte die Kommunalkasse überfordert werden, muss über die Erhöhung von Grundsteuern nachgedacht werden. Das unterliegt den politischen Gremien der Gemeinde.

Die am Donnerstag begonnene Bürgerbeteiligung wird am Mittwoch, 4. Juli, um 18.30 Uhr für die Gemarkung Damm im Landhaus Wortelkamp fortgesetzt und am Donnerstag, 5. Juli, um 18.30 Uhr im Café Holtkamp für die Gemarkung Gahlen. Die grundsätzlichen Ausführungen werden wiederholt, sodass Besucher, die am Donnerstag nicht ins Rathaus kamen, zu den anderen Präsentationen kommen können. Lediglich die Wegebeispiele werden aus den Bereichen der jeweiligen Gemarkungen genommen.

Die Bürgerbeteiligung wird aber noch in einer ganz anderen Form bis zum Ende der Sommerferien fortgesetzt. Das Planungsbüro hat die Homepage www.Wirtschaftswegekonzept.de angelegt. Spätestens am Tag nach dem jeweiligen Info-Abend kann man dort die gesamten Materialien einsehen, die beim jeweiligen Infoabend vorgestellt wurden. Auf der Internet-Seite gelangt man über den Menüpunkt „Portal“ zum Registrierungsvorgang. Nach der Registrierung kann man sich dann im Bereich „Login“ einloggen. Nach der Eingabe des Benutzernamens und des zuvor festgelegten Passwortes wählt man die Verlinkung „Anmeldung“. Wer zu den Schermbecker Wegen gelangen möchte, muss dann als Projekt „Schermbeck“ eingeben. So gelangt der Nutzer zu dem Feld, um dort seinen Kommentar abzugeben. Dort kann er beispielsweise angeben, warum er einen Weg der Kategorie C lieber in der Kategorie D sehen möchte. Er muss seinen Wunsch aber begründen.

Wer nicht in der Lage ist, seine Wünsche digital zu äußern, kann übrigens im Schermbecker Rathaus Karten anschauen und seine Anregungen schriftlich auf Papier einreichen.