Schermbeck: Unternehmer baut Trinkwasseraufbereitungsanlage in Indien

Großzügige Spende eines Schermbecker Unternehmers : Sauberes Trinkwasser für Indien

Der Schermbecker Unternehmer Stephan Stender spendet für ein Hilfsprojekt in einer rückständigen Region.

Einen Wasserhahn aufdrehen und dann ein Glas mit Wasser füllen, das den Vorgaben einer der strengsten Trinkwasserverordnungen der Welt entspricht, das ist für viele Menschen weltweit ein Wunschtraum. Pastor Xavier Muppala und der Schermbecker Unternehmer Stephan Stender sind dabei, zahlreichen Menschen in Indien diesen Traum zu erfüllen.

In Ponugodu, einer indischen Ortschaft im Distrikt Nalgonda, kennt sich Xavier Muppala bestens aus. Er ist in dieser Region aufgewachsen. „Ponugodu ist eine Gemeinde in einer rückständigen Gegend“, sagt er. Seit seinem Amtsantritt als Pastor von St. Ludgerus am 3. September 2013 hat er mit Unterstützung der Bevölkerung mehrere Projekte initiiert, um das Leben der Menschen in seiner Heimat zu verbessern. Dazu gehörten neben der Unterstützung mehrerer Schulprojekte auch der Aufbau einer Nähschule und der Bau einer neuen Kirche, die im November 2017 im Beisein einer Schermbecker Reisegruppe eingeweiht wurde.

An dieser Fahrt beteiligten sich auch der Schermbecker Unternehmer Stephan Stender und seine Frau Barbara. Beide zeigten sich beeindruckt von den schwierigen Lebensbedingungen vieler Menschen in Ponugodu und haben damals spontan beschlossen, einen Beitrag zur Verbesserung dieser Bedingungen zu leisten. Barbara Stender hat sich engagiert in die Förderung der Nähschule eingebracht. Ihr Mann Stephan hilft nun mit, dass neben der Nähschule eine Produktionsstätte entstehen kann, die der Bevölkerung sauberes Trinkwasser liefert.

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist in Ponugodu ein Problem. Zwar gibt es solches Wasser, aber es ist für einen Großteil der Bevölkerung nicht bezahlbar. Es werden keine öffentlichen Anstrengungen unternommen, das Problem anzugehen. „Kommerziell angebotenes sicheres Trinkwasser kostet etwa fünf Euro pro 20 Liter“, berichtet Muppala und verweist darauf, dass dieses Wasser für Großfamilien mit einem täglichen Einkommen von etwa drei Euro unerschwinglich ist.

Um den Wasserbedarf der Familie zu decken, entnehmen die Menschen Wasser aus offenliegenden Quellen oder pumpen Wasser aus angelegten Bohrlöchern. Dieses Wasser vermischt sich zum Teil mit belastetem Wasser aus dem offenen Abwassersystem. „Die hohe Belastung mit Fluoriden im Wasser verursacht viele Krankheiten“, sagt Stender. Fluoride würden Verkalkungen der Knorpel verursachen, sie seien ein Gift für die Nieren.

Das Wissen um die Gefahren von verunreinigtem Trinkwasser hat Stephan Stender zu dem Entschluss gedrängt zu helfen. Den größten Teil der Baukosten in Höhe von 50.000 Euro finanziert er. Auch der Lions-Club Wesel und die Sportwagenfahrer „Sandsportfreunde“ beteiligten sich mit jeweils 4000 Euro. Auch Pastor Muppala spendet regelmäßig Teile seines Gehaltes, damit eine Wasserfilterungsanlage errichtet werden kann. Von diesem Geld konnte Muppala ein 265 Quadratmeter großes Grundstück kaufen. Im Mai wurde der Grundstein gelegt. Inzwischen ist ein stabiles Haus mit einer Grundfläche von 23 mal 11 Metern entstanden. Im November findet die Einweihung statt, an der auch Stephan Stender und Xavier Muppala teilnehmen. Das Projekt wird den Namen „Stender Mineral Water Plant“ tragen.

Die Anlage ist so dimensioniert, dass sechs Stunden am Tag jeweils 2000 Liter Trinkwasser pro Stunde entstehen können. Für die Verteilung wird noch ein Fahrzeug gekauft. 20 Liter Trinkwasser kosten rund 25 Cent. Der Preis sei so angesetzt worden, sagt Stender, dass mit den Einnahmen die Instandhaltung der Anlage ebenso finanziert werden kann wie laufende Kosten.