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Schermbeck: Streit um die Stelle des Klimaschutzmanagers

Grüne in Schermbeck : Überflüssig?: Streit um den Klimaschutzmanager

Dient die Stelle des Klimamanagers in Schermbeck nur als ein Feigenblatt, als Beweis für vermeintliche Klimaschutz-Bemühungen? Entsprechendes legt eine Stellungnahme der Grünen nahe, die die Funktion des Klimaschutzmanagers durchaus kritisch sehen.

Im Jahr 2018 trat Klimamanager Thomas Heer in Schermbeck seinen Dienst an. Sein Amt sorgt in der Gemeinde für Diskussionen, seitdem Bürgermeister Mike Rexforth (CDU) bei seiner Wahlrede während der Nominierung zum Kandidaten  in der vergangenen Woche über die Stelle des Klimamanagers gesprochen hatte. Rexforth hatte dort erwähnt, dass die Grünen gegen einen Klimaschutzmanager waren.

Grünen-Fraktionschefin Ulrike Trick betont nun, dass der Bürgermeister hier nur die halbe Wahrheit sage. „Zur Wahrheit gehört auch, dass in der Sitzung des Haupt-und Finanzausschusses am 6. Dezember 2016 alle Ausschussmitglieder die Einstellung eines Klimaschutzmanagers abgelehnt hatten“, sagt Trick. Nur Rexforth habe für die Stelle gestimmt. Erst dann habe Rexforth in Gesprächen mit Fraktionsspitzen seinen Plan erläutert, für die befristet geförderte Stelle eines Klimaschutzmanagers einen Hochbautechniker anzustellen, der den Bereich Liegenschaften unterstützt. CDU und SPD stimmten diesem Plan zu. Die Grüne-Fraktion sehe den Bedarf nicht, sagt Trick. „Klimaschutz hat im Wesentlichen zwei Säulen, Energieeinsparung bzw. Einsatz regenerativer Energien und Co2-Einsparung durch veränderte Mobilität.“ Beides sei schon lange in der Gemeinde verankert – durch die Energiegenossenschaft, Windpark Lühlerheim, Preisverleihung für Erdwärmenutzung und Energieberatung. Kreis und der RVR würden Mobilitätskonzepte erstellen und für die Ausweitung des Radwegenetzes sorgen. „Die Frage eines verbesserten ÖPNV lässt sich nur in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen lösen“, sagt Trick. Wenn die Gemeinde darauf verweist, dass die Stelle des Klimaschutzmanagers mit 90 Prozent vom Land gefördert wird, so seien auch dies Steuergelder der Bürger.

(sep)