Schermbeck: Siebter Kindergarten öffnet am 1. August 2019

Betreuungssituation in Schermbeck : Siebter Kindergarten öffnet am 1. August

Die Caritas Dinslaken-Wesel hilft in Schermbeck bei der Lösung eines Kindergartenproblems.

„Mit der Caritas Dinslaken-Wesel sind wir nun in der Lage, 100 Prozent der erforderlichen Kindergartenplätze anzubieten“, fasste Schermbecks Bürgermeister Mike Rexforth (CDU) erfreut die Lösung eines Kindergartenproblems zusammen, das erst sehr spät vom Kreisjugendamt erkannt und der Gemeinde Schermbeck mitgeteilt wurde.

   Eher beiläufig erfuhr die Gemeinde Schermbeck im Februar während eines Gespräches mit dem Kreisjugendamt von der baulichen Entwicklung Schermbecks und der daraus resultierende Kinderzahl. Ergebnis: In Schermbeck fehlen 21 Kindergartenplätze. Innerhalb von drei Wochen gelang es der Gemeindeverwaltung nach vergeblichen Bemühungen, die sechs bestehenden Schermbecker Kindergärten für die Unterbringung zusätzlicher Kinder zu motivieren, den Caritas-Verband zu gewinnen, eine Notgruppe in den Räumen des Rathaus-Altgebäudes einzurichten.

    Am Donnerstagabend hatten die Eltern jener Kinder, für die bislang kein Kinderplatz in Schermbeck angeboten werden konnte, die Gelegenheit, sich über den Caritas-Kindergarten zu informieren, der am 1. August eröffnet werden soll. Gesprächspartner waren neben Guido Brand vom Fachbereich Existenzsicherung bei der Caritas und Birgit Simons, der Leiterin des Caritas-Kindergartens St. Johannes in Dinslaken, auch Mike Rexforth.  Im Verlauf der Gespräche wurden zwei Abstimmungsprobleme deutlich. Zwei Teilnehmer berichteten, keine Einladung bekommen zu haben, sondern den Termin aus der Tageszeitung erfahren zu haben. Die Mitteilungen zweier anderer Elternteile ergaben, dass mindestens drei von sechs Schermbecker Kindergärten den Eltern nicht unmittelbar nach der Anmeldung mitgeteilt hatten, dass eine Aufnahme ihres Kindes nicht möglich sei.

    Nach einem kurzen Überblick über die 21 bestehenden Caritas-Kindertageseinrichtungen wurde die geplante Schermbecker Gruppe beschrieben. Im Kindergartenjahr 2019/20 stehen dort 25 Plätze für mindestens dreijährige Kinder an. 15 Plätze stehen für Kinder zur Verfügung, die 35 Stunden in der Woche betreut werden sollen. Für zehn Kinder haben die Eltern eine 45-stündige Betreuung beantragt. Mehrere Eltern kritisierten das Fehlen einer beantragten 25-stündigen Betreuung. Guido Busch versprach, diesbezüglich Kontakt mit dem Kreisjugendamt aufzunehmen.

   Nach der Darstellung der pädagogischen Ziele, der gruppenübergreifenden Arbeit in den Caritas-Kitas, der Eingewöhnungsarbeit und der Elternarbeit interessierten sich die Eltern besonders für die Organisation der neuen Gruppe. Drei Erzieher/innen werden die Gruppe betreuen. Ersatzpersonal in Urlaubs- und Krankheitszeiten wird garantiert. Guido Busch stellte anhand eines Gebäudeplanes die erforderlichen Umbaumaßnahmen vor, mit denen kurzfristig begonnen werden soll. Die Arbeiten sollen bis Mitte Juli abgeschlossen werden. „Wir beginnen auch mit sechs Kindern“, antwortete Guido Busch auf die Frage, was bei schrumpfenden Anmeldezahlen passieren werde. Der überwiegende Teil der bislang angemeldeten Kinder ist drei Jahre alt. Kein Kind ist älter als vier Jahre.  Bis zum 15. April sollen die Eltern dem Kreisjugendamt mitteilen, ob ihr Kind die Caritas-Gruppe besuchen soll. Der zirka 350 Quadratmeter große Außenbereich auf der Südwestseite der KiTa wird umzäunt und entlang der Umzäunung begrünt.

    Die Eltern erhielten einen vier Seiten umfassenden Betreuungsvertrag, der in zehn Punkten die gesetzlichen Grundlagen und die Beitragsregelung ebenso beschreibt wie das Vorgehen bei Abwesenheit des Kindes oder bei Abmeldungen. Geregelt sind auch die Aufsichtspflicht auf dem Weg zur Einrichtung, die Abholberechtigung und die Kosten für das Mittagessen. Wenn Eltern ihr Kind nicht in der Notgruppe unterbringen möchten, dann müssen sie notfalls ihr Kind in einer anderen Kommune unterbringen. Ein Wechsel nach einem Jahr in einen Wunschkindergarten der Gemeinde ist nach einer entsprechenden Kündigung möglich, wurde aber im Hinblick auf die Kontinuität der Betreuung als wenig sinnvoll bewertet.

    Wie der gemeindliche Kulturausschuss am 6. März mit großer Mehrheit beschloss, wird die jetzige Notgruppe ebenso von der Caritas betreut wie der geplante siebte Kindergarten, dessen Realisierung aber etwa zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen wird. Derzeit steht noch nicht einmal der Standort fest. Bürgermeister Rexforth signalisierte auf eine entsprechende Elternfrage, dass er davon ausgeht, dass die Politiker einem Standort im Baugebiet Borgskamp zustimmen werden.

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