Schermbeck: Schüler veranstaltung Zirkusaufführung

Schermbecker Schüler in der Manege : Akrobatik im Zirkuszelt

Schermbecker Grundschüler wollen am Freitag und Samstag insgesamt viermal ihr Talent unter Beweis stellen.

„Manege frei!“ heißt es in diesem Jahr wieder in der Maximilian-Kolbe-Schule. Nach den beiden großen Zirkusvorstellungen in den Jahren 2011 und 2015 stand für Lehrer und Eltern fest: Jedes Kind soll im Verlauf seiner vierjährigen Grundschulzeit mindestens einmal ein Zirkus-Projekt miterleben und mitgestalten können.

Bei den bisherigen Projekten arbeitete die Schule mit dem Zirkus „Lollipop“ zusammen. Diesmal entschied sich die Schule für den Zirkus „ZappZarap“. Bereits in der vergangenen Woche wurden die Eltern geschult. Einen ganzen Tag lang übten sie für eine Vorstellung, in deren Verlauf sie ihren Kindern zeigen wollten, was diese in den nächsten Tagen einüben sollen, damit die vier geplanten Aufführungen am kommenden Freitag und Samstag auch gelingen.

Die Eltern der Maxi-Schüler zeigten beim Start des zirkus-Projektes am Montag ihren Kindern zahlreiche Beispiele typischer Auftritte in einer Zirkusmanege. Die afutritte dienten den Kindern als Anregung für die Asuwahl einer Gruppe, mit der sie am Freitag und Samstag vors Publikum treten wollen. Foto: Helmut Scheffler

„Zirkus funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen“, beschreibt Zirkusdirektor und Projektleiter Boris das gemeinsame Bemühen um eine gelungene Aufführung. Mit den Eltern und Lehrern der Maxi-Schule haben er und seine Co-Leiterin Anastasia eine beeindruckende Gemeinsamkeit erlebt. Dazu gehörte am Sonntag schon der Aufbau des runden Zirkuszeltes auf dem kleinen Sportplatz an der Schule. Zwei Dutzend Helfer der Schulgemeinde konnte die Organisatorin Nadine Staendler für die ehrenamtlichen Arbeiten gewinnen.

Foto: Helmut Scheffler

Montagmorgen fand die Aufführung der Eltern statt. Ein abwechslungsreiches Programm hatten die Eltern einstudiert, und mehr als einmal hörte man aus den Reihen der zuschauenden Kinder den Ruf „Das ist meine Mama“ oder „Mein Papa ist auch dabei“. Auf dem Programm standen akrobatische Übungen ebenso wie Jonglagen, der gekonnte Umgang mit Hula-Reifen, Rope Skipping, kleine Zauberkunststücke und gefährlich anmutende Experimente mit brennenden Fackeln. Viel Applaus gab es für jene Eltern, die sich als Fakire auf ein Nagelbrett legten oder wie ein Storch im Salat durch Glasscherben stolzierten. Ein Clown durfte natürlich auch nicht fehlen, und Schulleiterin Jessica Steigerwald übernahm als Besen schwingende Putzfrau das Reinigen der Manege.

„Das können wir auch“, waren die Jungen und Mädchen am Ende der Vorstellung überzeugt. Noch am selben Tag durften sie sich für drei Auftrittsthemen entscheiden. Seit gestern sind sie nun damit beschäftigt, unter Leitung einiger Eltern drei Tage lang für ihre eigenen Vorstellungen zu proben. Jeder Schüler wirkt in mindestens einer Zirkusgruppe mit. Die Kinder durften selbst entscheiden, ob sie als Clowns Witze erzählen oder als Jongleure den geschickten Umgang mit Bällen, Ringen und Tüchern unter Beweis stellen möchten. Manche Kinder entschieden sich für die Rolle eines Zauberers, der mühelos Tücher verknoten und wieder lösen kann. Bei den Akrobaten in der Turnhalle wurden Menschen-Pyramiden gebaut.

Was auf den ersten blick wie reines Spielen aussieht als Ersatz für die Inhalte des schulischen Stundenplans, entpuppt sich bei näherem Hinschauen als eine wertvolle pädagogische Bereicherung. Die Kindern lernen, Teamgeist zu entwickeln, um gemeinsam eine Aufgabe zu lösen. Auch sonst eher schüchterne oder zurückhaltende Kinder stehen plötzlich im Mittelpunkt und erhalten Applaus für ihre Darbietungen. Die Kinder lernen Ängste zu überwinden und Misserfolge zu verkraften. Das Miteinander, die gegenseitige Akzeptanz, Offenheit, Toleranz und ein freundlicher Umgang miteinander sind unter dem Strich Erfahrungen und Qualifikationen, die im kommenden Schulalltag weitergelebt werden können und sollen.

Schulleiterin Jessica Steigerwald freut sich, dass der Förderverein auch diesmal wieder seine finanzielle Unterstützung zugesagt hat. Der von Hildegard Franke geleitete Verein hat die Vorfinanzierung übernommen und deckt auch die finanzielle Lücke, die durch einen zu geringen Besuch der Aufführungen entstehen könnte.

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