Schermbeck: Menschen mit Behinderungen gestalten Stofftaschen gegen Plastikmüll

Vorzeigeprojekt in Schermbeck : Menschen mit Behinderungen wollen Plastikmüll vermeiden

Die Bewohner des Hauses Kilian bieten selbst gefertigte Einkaufstaschen an und werden bei dem Projekt von der Schermbecker Werbegewebemeinschaft finanziell unterstützt.

„Runter vom Plastikmüll!“, heißt eine von vielen Seiten – vor allem in den vergangenen Monaten – oft gestellte Forderung. Da liegen die behinderten Bewohner des Hauses Kilian voll im Trend. Sie gehören sogar zu den Vorreitern dieser Idee. Denn schon vor zwei Jahren hatten die Bewohner Einkaufstaschen aus Stoff hergestellt. „Wir hatten festgestellt, dass Plastiktüten oft nur einmal benutzt werden und dann zu Tausenden auf dem Müll landen und die Natur und unsere Umwelt verschmutzen“, erinnert Einrichtungsleiterin Birgit Förster an den Grund für den damaligen Start einer beachtenswerten Umweltaktion. Die originell dekorierten Taschen mit dem Namen „Immer wieder“ waren im Nu vergriffen, sodass ein zweiter Arbeitsgang erforderlich wurde. Insgesamt wurden 200 Taschen hergestellt.

Nach zweijähriger Pause starteten die Bewohner in diesem Jahr die Auflage Schermbeck 2.0. Unter Leitung der Näherin Eva Sager machten sich Michael Loewenau, Melanie Daniels, Ute Geske, Hubert Rathmann, Klaus Gerlach, Uli Wecking und Birgit Förster an die Arbeit. Wochenlang waren sie damit beschäftigt, die Stoffe nach Maß zurechtzuschneiden, Verzierungen als Muster aus andern Stoffen auszuschneiden und aufzunähen. Die Taschen wurden gebügelt und mit einem Bügel versehen.

Alle Einkaufstaschen sind mit dem aufgenähten Slogan „Ich kaufe in Schermbeck“ versehen. „Wir möchten deutlich machen“, sagt Birgit Förster, „wie wichtig Einkaufsmöglichkeiten vor Ort sind, wie wichtig Menschen in den Geschäften vor Ort sind.“ Nicht alle Menschen würden im Internet surfen, online bestellen oder in die nächste Stadt fahren. Viele würden sich gerne persönlich und kompetent beraten lassen. „Der Erhalt der Einkaufsmöglichkeiten vor Ort ist insbesondere für die Bewohner von Haus Kilian von Bedeutung“, stellt Birgit Förster fest, „hier kennen sie sich aus, es ist alles in unmittelbarer Umgebung und man kennt sie.“ Die Bewohner seien mittendrin und könnten ihre Angelegenheiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten erledigen.

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Mit dieser Meinung geben die Bewohner von Haus Kilian der Auffassung der Werbegemeinschaft (WG) zum „Heimat shoppen“ volle Rückendeckung. Grund genug für die Werbegemeinschaft, das Einkaufstaschen-Projekt finanziell zu unterstützen. Zu den Sponsoren gehörten auch die Parfümerie Pieper und das „Schermbecker Reisebüro More Cruises.

Die Einkaufstaschen kosten pro Stück 9,90 Euro und können in der Volksbank, in der Parfümerie Pieper und im Schermbecker Reisebüro erworben werden. Der Erlös wird für Projekte im Haus Kilian verwendet.

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