SChermbeck: Keine strahlenden Abfälle Schermbeck: Keine strahlenden Abfälle auf Gahlener Deponien

Antwort auf Schermbecker Resolution : Behörde: Keine strahlenden Abfälle auf Gahlener Deponien

Die Deponiebetreiber und auch Regierungspräsidentin Birgitta Rademacher antworten jetzt auf die Resolution des Schermbecker Gemeinderates.

In seiner Sitzung am 10. Oktober hatte der Gemeinderat eine Resolution beschlossen, um kommunale Belange gegenüber den Betreibern von Deponien in Schermbeck-Gahlen und im unmittelbar angrenzenden Hünxe-Gartrop zu wahren. „Dabei wurde“, so der Schermbecker Verwaltungsmitarbeiter Gert Abelt, „die Verwaltung beauftragt, auch unter Einbeziehung eines vom Gahlener Bürgerforum hinzugereichten Fragenkataloges von den beteiligten Behörden sowie den Betreibern von Deponien und Abgrabungen weitere Informationen zur Sicherheit der Deponien und Abgrabungen zu erfragen.“

Die Antworten liegen nun vor. Auf die Frage nach der Entsorgung „gering strahlender Abfälle“ (so genannte freigemessene Abfälle gemäß Paragraf 98 der Strahlenschutzverordnung) teilt die AGR GmbH als Betreiber der Sonderabfalldeponie (SAD) im Heisterkamp mit: „In diesem Zusammenhang können wir Ihnen versichern, dass Abfälle der genannten Art zu keinem Zeitpunkt am Standort der SAD Hünxe-Schermbeck entsorgt wurden und auch zukünftig nicht entsorgt werden.“ Zusätzlich wird mitgeteilt: „Der Ablagerungsbetrieb ist beendet, am Standort finden aktuell nur noch Profilierungsmaßnahmen statt, die dem Aufbringen der endgültigen Oberflächenabdichtung sowie der abschließenden Rekultivierung vorausgehen.“

In ihrem Antwortschreiben vom 26. November versichert die Regierungspräsidentin Birgitta Rademacher mit ähnlichen Worten: „Auf der SAD Hünxe-Schermbeck sind nach hiesigem Kenntnisstand zu keinem Zeitpunkt gering strahlende Abfälle entsorgt worden. Da der Ablagerungsbetrieb auf der SAD bereits beendet ist, finden am Standort nur noch Profilierungarbeiten statt, die zur Erstellung der Oberflächenabdichtung und der Rekultivierung notwendig sind.“ Wegen der im Jahre 2016 geplanten Ablagerung von Bohrschlämmen aus Niedersachsen sei zudem eine radiologische Bewertung der Bohrschlämme durchgeführt worden. Ihre Belastung habe unterhalb der Belastung vor Ort anstehender natürlicher Böden gelegen.

Ebenfalls am 26. November hat der Kölner Rechtsanwalt Thomas Christner für die Firma Hermann Nottenkämper GmbH & Co. KG. auf die Schermbecker Resolution geantwortet. Diese Antwort stieß den Ratsmitgliedern am Mittwoch sauer auf. „Diese Antwort verschlägt mir die Sprache“, machte der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Schetter seinem Ärger Luft. Seine Antwort beginnt der Anwalt nämlich mit einem Hinweis auf die Tatsache, dass die Deponie Eichenallee auf Hünxer Gebiet liegt. „Insoweit ist es erstaunlich“, wundert sich der Rechtsanwalt, „dass die Gemeinde Schermbeck sich Belange zu Eigen macht, die im ureigensten Interessenbereich der Nachbargemeinde Hünxe liegen.“

„Das ist schon fast eine Beleidigung des Rates“, stellte Holger Schoel (Grüne) fest und verwies auf die Betroffenheit der Gemeinde. Der Abtransport des Tons erfolge ebenso per Lkw und später mit Schiffen über das Gemeindegebiet von Schermbeck wie der Antransport von Material, das deponiert werden soll. „Das ist mehr als unpassend“, begründet Bürgermeister Rexforth seine Absicht, eine Stellungnahme zum Schreiben des Anwaltes abzugeben.

Die in der Antwort des Rechtsanwaltes abgelehnte Bereitschaft der Firma Nottenkämper, im jährlichen Abstand Kontrollen der Deponien durch unabhängige Labore zuzulassen, bewertete Ulrike Trick (Grüne) als eine verpasste Chance der Firma Nottenkämper, eine vertrauensbildende Maßnahme vorzunehmen. „Wie stellen die sich bloß die weitere Zusammenarbeit vor?“ stellte Ulrike Trick fragend in den Raum.

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