Schermbeck: Schermbeck ist bei den Touristen top

Schermbeck: Schermbeck ist bei den Touristen top

Was die Tages- und Übernachtungsgäste betrifft, steht Schermbeck – nach Wesel, Xanten und Moers – mittlerweile an vierter Stelle im kreisweiten Vergleich. Verstärkt soll dieser Trend durch die Eröffnung der Römer-Lippe-Route im Mai.

Wenn das mal keine guten Zahlen sind: Sowohl Friedhelm Koch, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Schermbeck, als auch Michael Düchting, Leiter der Entwicklungsagentur Wirtschaft (EAW) des Kreises Wesel, stellten gestern Nachmittag im Wirtschaftsförderungsausschuss die aktuellen Beherbergungszahlen vor. Demnach gab es von Januar bis November 2012 insgesamt 50 571 Tagesgäste in Schermbeck. Das macht ein Plus von 21 Prozent. Bei den Übernachtungszahlen sieht es ähnlich aus. Hier ist die Anzahl um 20,9 Prozent auf 82 724 gestiegen. "Wobei ausschließlich Betriebe ab zehn Betten beziehungsweise Campingplätze ab zehn Stellplätzen gezählt werden", fügt Düchting der Statistik hinzu.

Schermbeck hat Touristen Einiges zu bieten: So wurde 2012 erst der Radweg auf der alten Bahntrasse, der auch in die Römer-Lippe-Route integriert werden soll, eröffnet. Übernachten können die Gäste u.a. im Landhotel Voshövel. Foto: Malz

Die Zahlen machen deutlich: Schermbeck ist bei den Touristen und Tagesgästen beliebt. Im kreisweiten Vergleich steht die ländliche Kommune zwischen dem Niederrhein und dem Münsterland mittlerweile sogar an vierter Stelle. Nur Wesel, Xanten und Moers können (in dieser Reihenfolge auch) mehr Ankünfte und Übernachtungen verbuchen. Zum Vergleich: Die Nachbargemeinde Hünxe, etwa gleich groß, kommt "nur" auf 6878 Tagesgäste bzw. 12 397 Übernachtungen. In Hamminkeln sind es 16 146 bzw. 28 808 Gäste.

"Schermbeck gewinnt touristisch gesehen immer mehr an Bedeutung", sagt auch Düchting, der noch einmal die dadurch entstehende Kaufkraft vor Ort beziffert. Bei den Übernachtungen seien das immerhin 7,5 Millionen Euro pro Jahr. Und das obwohl, die Verweildauer in Schermbeck im kreisweiten Vergleich sogar gering ist. So bleiben die Gäste hier im Schnitt 1,6 Tage. An der Spitze steht in dieser Statistik die Gemeinde Sonsbeck mit 3,1 Tagen sowie die Städte Voerde und Dinslaken mit 2,3 bzw. 2,2 Tagen.

Aber das genau zeigt auch die Nachfrage: Schermbeck ist bei Tagesgästen und bei Touristen, die maximal zwei Übernachtungen buchen, beliebt. Verstärkt soll diese Entwicklung durch die Eröffnung des thematischen Radfernweges "Römer-Lippe-Route" im Mai dieses Jahres. Schermbeck ist, wie gestern Pia Helbig vom Produktmanagement Römer-Lippe-Route der Ruhr-Tourismus GmbH vorstellte, Bestandteil des insgesamt fast 450 Kilometer langen Radweges von Detmold nach Xanten. Genauer gesagt führt die Hauptroute an Gahlen sowie die 31 Kilometer lange thematische Schleife "Römerspuren" an den Schermbecker Ortskern vorbei. Bei der Eröffnungsradtour vom 27. April bis zum 5. Mai wird am 4. Mai Station in Schermbeck gemacht. "Dann ist auch die 1225-Jahr-Feier in Gahlen. Das passt perfekt", wie Friedhelm Koch im Ausschuss bemerkte.

Neben all den positiven Zahlen gab es aber auch eine Fraktion, die dem Ganzen kritisch gegenübersteht. So findet Klaus Roth von der Wählervereinigung Bürger für Bürger (BfB), dass die Gemeinde im Vergleich zu viel Geld für die Tourismusförderung ausgibt.

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(RP)
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