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Schermbeck: Gutachten schlägt als neues Gewerbegebiet Rüster Feld vor

Diskussion im Gemeinderat : Schermbeck und Dorsten votieren fürs Rüster Feld

Dem Gemeinderat Schermbeck wird am Mittwoch ein Vergleichsgutachten für ein neues Gewerbegebiet vorgelegt. Es gibt Kritik am Regionalverband Ruhr. Der hat in seinem Regionalplan ein Gebiet in Dorsten ausgewiesen.

(hs) Mit der Lage eines in der Planung befindlichen Gewerbegebietes im Grenzbereich zwischen Dorsten und Schermbeck befasst sich der Gemeinderat am Mittwoch, 11. November, in seiner zweiten Sitzung in der Dreifachturnhalle an der Erler Straße. Hintergrund für die Beratung ist ein Beschluss der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) vom 6. Juli 2018. Damals wurde die Neuaufstellung des Regionalplans Ruhr beschlossen.

„Der Regionalplan soll der Metropolregion Ruhr einen einheitlichen Handlungsrahmen für die künftige räumliche Entwicklung geben“, beschreibt Schermbecks Bauamtsleiter Rainer Eickelschulte die Zielsetzung des Regionalplans. Weil sich das Aufstellungsverfahren für den Gesamtplan verzögert hat, andererseits aber Gewerbeflächen dringend benötigt werden, soll auf Drängen der großen Ruhrgebietsstädte ein Teilplan für gewerbliche Bauflächen in regionaler Kooperation vorab beschlossen werden.

Erste Gespräche über ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Schermbeck und Dorsten gab es schon im Jahre 2005. Und schon lange vor der Ankündigung des neuen Regionalplans hatten sich beide Kommunen für ein Gewerbegebiet im Bereich des Rüster Feldes ausgesprochen.

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Diese Meinung blieb bestehen, als man mit dem Beteiligungsverfahren zur Neuaufstellung des Regionalplanes Ruhr begann. Umso überraschter waren beide Kommunen, als im Teilplan für die regionalen Kooperationsstandorte nicht das gewünschte Gebiet „Dorsten/Schermbeck“ (Freudenberg/Rüster Feld) ausgewiesen wurde, sondern der Standort „Dorsten Emmelkamp“ (Emmelkämper Brauk), den der RVR bereits zu einem früheren Zeitpunkt avisiert hatte.

In der Sitzung des Schermbecker Planungs- und Umweltausschusses vom 22. Januar 2019 erfuhren die Ausschussmitglieder, dass der RVR trotz des von den Standortgemeinden favorisierten Alternativstandortes weiterhin auf dem Standort am Emmelkämper Brauk beharrte. Der RVR stützte sich dabei auf ein von ihm beauftragtes Gutachten. Dieses Gutachten vom April 2020 erwies sich aus der Sicht der beiden Kommunen als so lücken-  und fehlerhaft, dass von ihnen gemeinsam ein unabhängiges Vergleichsgutachten zu beiden Standorten in Auftrag gegeben wurde. Dieses 73 Seiten umfassende Gutachten wurde am 2. November fertiggestellt. Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass dem Kooperationsstandort „Rüster Feld“ aus vielfältigen Gründen eindeutig der Planungsvorzug zu geben sei.

Beim Vergleich der Schutzgebiete und Bestandteile des Biotopverbundes stellten die Gutachter fest, dass im Emmelkamp ein größerer prozentualer Anteil schutzwürdig ist. Der Emmelkamp verfügt über keine direkte Anbindung an die Autobahn oder an das Schienennetz. Das Rüster Feld dagegen hat eine direkte Anbindung an die Autobahn.

Auf der Basis des vorgelegten Standortvergleichsgutachten schlägt die Verwaltung den Politikern vor, den RVR aufzufordern, in seiner bisherigen Planung den Standort „Emmelkämper Brauk“ durch das  „Rüster Feld“ zu ersetzen. Bis zum 30. November müssen das Gutachten und der Beschluss des Rates dem RVR vorliegen.