Schermbeck: Grünes Licht für „Wohnen mit Pferden“

Schermbeck: Grünes Licht für das Bauprojekt „Wohnen mit Pferden“

Die Baugenehmigung für das Wohnprojekt, das im Winkel zwischen Kapellenweg und Alte Poststraße realisiert werden soll, ist erteilt. Mit der Fertigstellung wird im Mai oder Juni 2019 gerechnet. Acht der zwölf Häuser sind bereits verkauft.

„Jetzt kann mit dem Bau begonnen werden“, freute sich Claudia von Salm-Hoogstraeten von der Kreativ Immobilien GbR, die für den Vertrieb der Häuser des ungewöhnlichen Wohnprojektes zuständig ist. Zusammen mit dem Projektentwickler Karl-Heinz Leowald, dem Bauleiter Clas Holsteg, der Architektin Kirsten Klein-Bösing und der Bauzeichnerin Anja Schmidt vom Architekturbüro Brilo teilte sie am Donnerstag die gemeindliche Baugenehmigung für das Projekt „Wohnen mit Pferden“ mit, das im Winkel zwischen Kapellenweg und Alte Poststraße realisiert werden soll.

Das Gebiet vom Niederrhein bis ins Münsterland hat eine große Tradition in der Pferdehaltung und -zucht. Pferdefreunde sind darauf angewiesen, in der Nähe ihres Tieres zu wohnen, damit sie ihrem Hobby in ihrer knapp bemessenen Freizeit nachgehen können. Sie müssen dazu einen Pensionsstall mit guten Bedingungen finden. Das ist nicht immer einfach. Oft liegen die geeigneten Reiterhöfe nicht im direkten Umfeld und der Reiter muss längere Anfahrtswege in Kauf nehmen. Sollte es keine Bewegungshalle geben, wird das Pferd verladen und zum Reitunterricht gebracht. Auch die Vor- und Nachbereitungen für das Reiten sind zeitaufwendig. Das Pferd muss von der Weide geholt, geputzt und gesattelt werden.

An die Pferdefreunde, die einen einfacheren Weg im Umgang mit ihren Pferden wünschen, wendet sich das Bauprojekt „Wohnen mit Pferden“, das völlig neue Wege beschreitet. Dabei werden zwei Pferde in einem geräumigen Stall direkt im hinteren Bereich des Grundstücks gehalten. Mit ein paar Schritten durch den Garten erreicht man sein Tier und kann die täglichen Arbeiten wie Füttern und Misten schnell erledigen. Der entspannende morgendliche Gang zur Weide in der nahen Lippeaue erfolgt über einen inzwischen fertig gestellten Führweg. Der Vertreiber der Wohnungen listet noch weitere Vorteile des Wohnkonzeptes auf: Dazu gehören die Kostenminimierung durch einen eigenen Stall und der fehlende Zwang, sich mit anderen Stallmietern absprechen zu müssen, ebenso wie die Kostenersparnis, die sich durch die Selbstversorgung des Pferdes ergibt, der enge Kontakt mit dem eigenen Pferd und die Möglichkeit, in einem Krankheitsfall das Pferd über eine Kamera zu überwachen.

Nach mehr als fünfjähriger Planungszeit erfolgte am 11. November 2016 der erste Spatenstich für die Erschließung. Mehrmals wurde das Projekt, das auf einem Gelände der Familie Leowald verwirklicht werden sollte, im Planungs- und Umweltausschuss behandelt und musste dort wegen mehrerer Bedenken seitens der Politiker mit der Bitte um Korrektur an den Projektentwickler LSK (Leowald-Salomon-Korte)-Wohnen mit Pferden zurückgegeben werden. Erst im November 2015 billigte der Ausschuss gegen die Stimme des BfB-Fraktionsvorsitzenden Klaus Roth die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes. Im Oktober 2016 wurde die Baugenehmigung für die Erschließung des 14.000 Quadratmeter großen Geländes östlich der Reithalle erteilt. Mitarbeiter des Projektentwicklers LSK Wohnen mit Pferden GmbH, der Vertriebsgesellschaft Kreativ Immobilien, des für die Planung zuständigen Architekturbüros Johannes Brilo und der Volksbank Schermbeck als Finanzpartner griffen im November 2016 zum Spaten, um damit den Baubeginn zu signalisieren.

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Vor der Baugenehmigung für die Wohnhäuser musste eine 18 mal 31 Meter große Bewegungshalle errichtet werden. Eine Bewässerungsanlage für den Reitboden war erforderlich. Zwischenzeitlich wurden auch die Grunddienstbarkeiten geregelt. Die Zufahrt erfolgt vom Kapellenweg aus. Diese Zufahrt kann durch ein Tor zugesperrt werden. Von der Erschließungsstraße aus erreicht man zwölf Einzelgrundstücke. Die Anlage soll beim Betrachter das Bild eines klassischen Pferdegutshofes vermitteln.

„Die einzelnen Grundstücke haben Flächen zwischen 809 und 1220 Quadratmetern“, berichtet Claudia von Salm-Hoogstraeten. Die restlichen Flächen auf dem Areal werden Gemeinschaftsflächen. Die eingezäunten Weideflächen mit einer Gesamtfläche von 41.000 Quadratmetern liegen jenseits der Alten Poststraße in der Lippeaue und sind über einen Führweg zu erreichen. Die bereits seit Jahren bestehende Bewegungshalle (Hufschlaggröße 50 mal 20 Meter) und der Außenreitplatz des angrenzenden Reitbetriebes können ebenfalls nach Absprache und gegen Gebühr mitbenutzt werden.

Zwölf freistehende Häuser werden entstehen, wobei ein Haus als Gutshof ausgebaut wird. Am Ende eines jeden Grundstücks entsteht ein Stallgebäude mit zirka 60 Quadratmetern Grundfläche. Hier ist Platz für zwei Pferdeboxen sowie Abstell- und Arbeitsflächen. Die Boxen haben einen Austritt nach außen mit einer kleinen Lauffläche fürs Pferd (Paddock). Die Detailausstattung des Stalls bleibt jedem Besitzer selbst überlassen. Wichtige Dinge wie Wasseranschluss, Innenpflasterung, Boxen und Tore sind jedoch enthalten.

Es gab schon seit längerer Zeit eine Interessentenliste, inzwischen sind acht der zwölf Häuser verkauft. Wer sich für eine weitere Wohneinheit interessiert, kann sich mit Claudia von Salm-Hoogstraeten, Telefonnummer 02853 6040190, in Verbindung setzen. Sie informiert auch über das Betriebskonzept, das zahlreiche Aufgaben innerhalb des Wohn-Reit-Betriebes beinhaltet, um einen reibungslosen Ablauf des Betriebs zu gewährleisten, und über den Leistungsumfang sowie über die Baupartner. Fest steht, dass die Eigentümer zur Pferdehaltung verpflichtet sind.

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