Schermbeck: Entscheidung über Grundschule gefallen

Auf Fläche der Gemeinschaftsgrundschule : Entscheidung über Grundschul-Standort gefallen

Kein Neubau auf der grünen Wiese: Der Schermbecker Grundschulverbund entsteht an der ehemaligen Gemeinschaftsgrundschule.

Selbst altgediente Ratsmitglieder konnten sich nicht daran erinnern, dass in den vergangenen 20 Jahren mehr als zwei Stunden nötig waren, um eine Entscheidung über einen einzigen Tagesordnungspunkt der Ratssitzung herbeizuführen. Für die Frage, wo der Grundschulverbund künftig seinen Standort finden soll, ließen sich die Politiker im Gemeinderat viel Zeit – letztlich fiel die Wahl auf einen zentralen Schulstandort auf der Fläche der ehemaligen Gemeinschaftsgrundschule, die Hauptstandort des des Grundschulverbundes  war.

    Eine Verzögerung war durch den vom Rat genehmigten Antrag der BfB entstanden, die Vorstellung des Haushaltsentwurfes  vorzuziehen, um die finanzielle Situation im Haushaltsjahr 2020 zu kennen.

    Die Diskussion über  die Grundschulstandorte begann mit Statements aller Fraktionschefs und des parteilosen Ratsmitglieds Thomas M. Heiske. Schon da zeichnete sich ab, dass ein Neubau auf der grünen Wiese keine Mehrheit finden würde. Lediglich die SPD-Fraktion blieb bei ihrem Votum für einen Neubau an der Weseler Straße westlich der bisherigen Gemeinschaftsgrundschule. Auf der Basis der Statements und einiger zusätzlicher Fragen zeichnete sich ab, dass eine Mehrheit für eine von vier denkbaren Bauvarianten zu Stande kommen könnte. Nach einer etwa 20-minütigen Unterbrechung der Sitzung, die zu weiteren Beratungen außerhalb des Ratssaales genutzt wurde, kam es zu mehreren Abstimmungen über Vorschläge, an denen detailliert gefeilt wurde. Zudem beschlossen die Politiker angesichts der großen Bedeutung der Entscheidungen eine namentliche Abstimmung. Die erste Abstimmung ergab ein einstimmiges Votum. Entsprechend fiel die Abstimmung über einen von der SPD beantragten Neubau auf einem bislang unbebauten Grundstück neben der GGS aus. Alle anderen Ratsmitglieder erteilten diesem Antrag eine Absage.

   Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat, durch ein Fachplanungsbüro überprüfen zu lassen, wie hoch die Kosten für eine Nutzungsalternative ausfallen, die von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagen wurde. Dieser Vorschlag beinhaltete als künftigen Standort das Gelände der ehemaligen GGS unter gleichzeitiger Beibehaltung einzelner Teile der bisherigen GGS und der Maximilian-Kolbe-Schule. Das Büro soll auch überprüfen, ob der vorhandene Pavillon noch weiter genutzt werden soll. Die Kosten für eine Zweifachturnhalle ohne die Anbindung eines Versammlungsortes sollen ermittelt werden. Geprüft werden sollen auch die Kosten, wenn statt der vorgeschlagenen Fünfzügigkeit eine Vierzügigkeit mit der Option einer späteren Erweiterung verwirklicht wird. Im Rahmen des späteren Architektenwettbewerbs soll überprüft werden, wie ein Teil der Fassade des GGS-Altgebäudes aus dem Jahre 1915 optisch in die Gesamtplanung einfließen kann.

(hs)
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