Schermbeck: Einfallsreiche Gesamtschüler machen mit bei "Jugend forscht"

Gesamtschule Schermbeck: Alarmanlagen stoppen Fahrrad-Diebe

Schermbecker Gesamtschüler erwiesen sich als einfallsreich beim Wettbewerb „Jugend forscht“.

Als findige Forscher erwiesen sich wieder zahlreiche Schüler der Schermbecker Gesamtschule. Viel Lob gab es deshalb am Freitagmorgen, als Neunt- und Zehntklässler ihre Arbeiten für den Wettbewerb „Jugend forscht“ in der Gesamtschule vorstellten.

Zum neunten Male beteiligte sich die Gesamtschule an dem Regionalwettbewerb „Jugend forscht“. Die 25 Neunt- und Zehntklässler hatten sich mit der Biologie- und Chemielehrerin Bianca Sadowski und mit Physiklehrer Pascal Gohr auf den Wettbewerb vorbereitet. Mit 14 Projekten traten sie im Marler „Feierabendhaus“ zum Wettbewerb an. Jedes Team stellte sein Projekt etwa zehn Minuten lang vor und musste den fachlich versierten Juroren Rede und Antwort stehen.

Die Schermbecker Gesamtschüler erhielten diesmal keinen der ersten Plätze wie in den zurückliegenden Jahren, aber durchweg lobende Anerkennung und ein lebhaftes Interesse. Das galt besonders für zwei Projekte. Die Zehntklässler Lion Meißner, Erik Grasediek und Joshua Coners befassten sich mit den Elektroautos, die wegen ihrer weitgehend fehlenden Fahrgeräusche zu Gefahrensituationen beitragen, besonders für Fußgänger. In eine Stoßstange, die das Autohaus Fasselt kostenlos zur Verfügung stellte, bauten die drei Schüler Boxen ein, mit deren Hilfe ein Warnton abgespielt werden kann. Drei Stufen sind vorgesehen, um bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten die Lautstärke des Warntons regulieren zu können.

„Das sichere Fahrrad“ strebten Henning Kloer, Jonas Weltjen und Alexander Cluse in ihrem Forschungsprojekt an. Ausgehend von den Warnanlagen bei Autos, die auf eine sich öffnende Tür reagieren, machten sich die Schüler Gedanken darüber, wie eine beginnende Bewegung in einen Alarmvorgang umgewandelt werden kann. Wird ein Fahrrad in Bewegung gesetzt, wird gleichzeitig am Vorderrad ein Splint herausgezogen, wodurch ein Stromkreis geschlossen wird, der einen Alarm auslöst.

Auch die übrigen Projekte können bei einer serienreifen Produktion dazu beitragen, manches Alltagsproblem zu lösen. Eine Schülergruppe zeigte auf der Suche nach einer Verwertung nachwachsender Rohstoffe, dass man für die Papierherstellung nicht immer nur Bäume fällen muss, weil man mit Gras ebenso eine gute Papierqualität erzeugen kann. Eine Schülergruppe entwickelte ein Pferdefutter, das die Leistungsfähigkeit der Tiere erhöht. Dass man mit natürlichen Mitteln das Immunsystem stärken kann, bewies ein kleine Forschergruppe. Den Schülern gelang die Herstellung einer Seifenform, die beim Waschen ein schnelles Entgleiten aus der Hand verhindert.

Mit dem beheizbaren Fahrradsattel, den eine Schülergruppe vorstellte, lässt sich das Radeln an kalten Wintertagen leichter ertragen. Als einen Beitrag zur Reinigung der Ozeane verstanden einige Schüler ihren Forschungsbeitrag zur Verringerung des Plastikmülls. Unter der Leitfrage „Was können Mäuse eigentlich?“ untersuchten Schüler das Verhalten, die Aktivität, das Geruchsverhalten und die Farberkennung von Mäusen. Ein Konzentrationstest mit Schülerinnen und Schülern der sechsten und siebten Klasse ergab, dass sich durch die Benutzung eines Kaugummis beim Lernen höhere Erfolge erzielen lassen als durch eine laute Musikbegleitung. Sie fanden dafür sogar eine Erklärung: Kaugummikauen fördert die Durchblutung und damit die bessere Sauerstoffversorgung des Gehirns.

„Bei uns isst das Auge mit“, stellte eine Schülergruppe fest. Bei nebeneinanderliegenden Naschereien griffen die Test-Teilnehmer häufiger dort zu, wo die Naschereien eine Herz-Form aufwiesen. Und weitere solcher witzigen und cleveren Ideen konnte man bei dem Wettbewerb entdecken. Ganz schön forsch – diese jungen Schermbecker.

Mehr von RP ONLINE