Schermbeck: Das neue Abrahamhaus des SV Schermbeck wurde vorgestellt

Schermbeck : Neuer Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft

Das Abrahamhaus des SV Schermbeck wurde vorgestellt. Bei einem Rundgang lernten die Besucher die Räume kennen.

Nach elfmonatiger Bauzeit ist das Abrahamhaus auf dem Gelände der Volksbank-Arena am Mittwoch im Beisein von etwa 90 Gästen offiziell vorgestellt worden. Im Beisein dreier Vertreterinnen der Bezirksregierung, von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, von Vertretern der Ratsfraktionen, von Gästen benachbarter Vereine und von Mitgliedern einzelner Abteilungen des SV Schermbeck begrüßte Michael Steinrötter als Vorsitzender der Fußballabteilung des SV Schermbeck die Besucher.

Die Vorstellung des Gebäudes übernahmen Bürgermeister Mike Rexforth und der SVS-Vorsitzende Johannes Brilo, der als Architekt die Baumaßnahme geplant und umgesetzt hatte. Rexforth erinnerte an das Jahr 2016, als das Land NRW im Zuge der zuvor stark angewachsenen Zahl der Flüchtlinge 72 Millionen Euro für das Programm „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ bereitstellte. Ziel war es, aufgrund der bestehenden förderrechtlichen Strukturen in der Städtebauförderung das Sonderprogramm zügig und entsprechend der jeweiligen Problemlage vor Ort flexibel umzusetzen.

Die Gemeindeverwaltung reagierte damals schnell, als die Bauamtsleiterin Irmgard Schwenk das NRW-Förderprogramm vorstellte. Rexforth fand beim SVS-Vorsitzenden Johannes Brilo offene Ohren. Gemeinsam gelang es, innerhalb von acht Wochen die erforderlichen Anträge zu stellen. Der Aufwand lohnte sich. Schermbeck erhielt eine Förderzusage. Genehmigt wurde eine Baumaßnahme im Wert von 1,2 Millionen Euro. Dafür versprach das Land eine Förderung von 960.000 Euro. Den 20-prozentigen Eigenanteil übernahm der SV Schermbeck durch Geldleistungen und durch Muskelleistung.

Die Baumaßnahme stand unter einem enormen fördertechnisch bedingten Zeitdruck. Sie musste im Jahre 2017 begonnen und im Jahre 2018 abgeschlossen werden. Rexforth sprach von einem „engen Zeitfenster“. Umso mehr freute er sich über die vielen helfenden Personen, zu denen auch Flüchtlinge gehörten. „Es gab auch Menschen, die uns gerne hätten scheitern sehen“, stellte Rexforth fest und ergänzte: „Wir haben es geschafft, eines der imposantesten Gebäude in der Gemeinde zu schaffen, einen Mittelpunkt für unser dörfliches Leben.“

Johannes Brilo schilderte den Planungs- und Bauprozess. Architektonisch ging es darum, das Gebäude an der Nahtstelle zweier Fußballplätze zu errichten und dabei die unterschiedlichen Niveaus der beiden Plätze zu berücksichtigen. Während der Jahreshauptversammlung des SV Schermbeck stellte Brilo im November 2016 das Projekt Abrahamhaus vor. Die katholische Kirchengemeinde und die Gemeinde Schermbeck als Eigentümer von Flächenanteilen der Sportanlage mussten erst eine gemeinsame juristische Regelung finden, die einen Bau an der Nahtstelle der Flächen ermöglichte. Die Zeit für den 2017 geplanten Bauanfang wurde knapp, weil die im August beantragte Baugenehmigung spät eintraf. Erst wenige Tage vor Weihnachten konnte mit dem Bau begonnen werden. Der trockene Sommer 2018 hat – besonders bei den Betonierungsarbeiten – zu Verzögerungen geführt.

Bei einem Rundgang lernten die Besucher die Räumlichkeiten kennen. Im Erdgeschoss entstanden Umkleidekabinen, ein Materialraum und eine Einfahrt für einen Traktor. Kernstück im ersten Obergeschoss, das auch über einen Fahrstuhl erreichbar sein wird, ist die „Injoy Sports Bar“ für etwa 180 Personen, die über einen Ausgang zu einer sehr großen Terrasse verfügt, vor der aus man beide Sportplätze überschauen kann. Hinzu kommen ein Toilettentrakt und im westlichen Teil zwei große Schulungsräume. Im zweiten Obergeschoss entstanden ein Raum für den Geschäftsführer und ein Fitnessraum.

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