Schermbeck: Das caritative Zentrum rückt näher

Schermbeck : Caritatives Zentrum für Schermbeck rückt näher

Der Rat entschied, Fördermittel für die soziokulturelle Einrichtung mit Konzept der Caritas zu beantragen.

Mike Rexforth wischte sich den Schweiß von der Stirn. Lag es an den brütend-heißen 36 Grad oder war es die Erleichterung, dass die geheime Abstimmung im Rat so ausgegangen war, wie es sich der Bürgermeister erhofft hatte? „Das ist ein Ergebnis, das sich für die Bürger sehen lassen kann“, sagte er, als feststand, dass die Verwaltung sich an dem Städtebaulichen Förderprogramm „Investitionspaket Soziale Integration im Quartier NRW 2018“ beteiligen wird. Ziel ist, möglichst Gelder zu erhalten, um mit der Caritas Wesel-Dinslaken ein caritatives (soziokulturelles) Zentrum in Schermbeck zu errichten. Dies soll im alten Rathaus und der angrenzenden ehemaligen Gemeindebücherei errichtet werden.

Wie berichtet, argumentiert Bürgermeister Rexforth, dass die demographische Entwicklung und die ländliche Struktur genau eine solche zukunftsgerichtete Beratungseinrichtung erforderlich mache. Dies betonte er auch gestern in der Sondersitzung des Rates, die ursprünglich nur zum Thema Grundschulen einberufen worden war.

Zum soziokulturellen Zentrum gab es eine lebhafte Diskussion mit Kritik an der Kürze der Zeit, die zur Entscheidungsfindung bereitstand und an mangelhaftem Informationsfluss. „Hier rächt sich die Absage der interfraktionellen Gespräche“, sagte Ulrike Trick von den Grünen.

Rexforth bezeichnete die Kritik als durchaus gerechtfertigt. Doch er erläuterte, dass erst ein Gespräch im Ministerium am 11. Juli dafür gesorgt hatte, dass dieser Punkt noch am selben Tag in die Ratsunterlage eingearbeitet werden konnte und die Frist für den Förderantrag am 31. Juli ablaufe.

„Man hätte das wesentlich früher zur Diskussion stellen können“, sagte Klaus Roth (BfB). Trick verwies darauf, dass das Konzept der Caritas bereits am 17. April erstellt worden sei. Jörg Juppien (SPD) betonte: „Wir halten die konzeptionelle Idee für richtig und gut. Doch wenn man erst fünf Minuten vor der Ratssitzung wichtige Informationen bekommt – wie soll man da vernünftig entscheiden?“

Caritasdirektor Michael van Meerbeck erläuterte die Pläne für das Zentrum nochmal ausführlich. „Der kurze Weg zu einer Versorgung und Beratung wird in Zukunft immer schwieriger. Die Caritas verfolgt keine Gewinn-Erzielungs-Absicht, sondern hat den Auftrag, flächendeckend Nutzung und Versorgung sicherzustellen. Wir stehen zu der Gemeinde – nicht nur in der Flüchtlingskrise.“ „Wir sollten froh sein, wenn sich jemand Gedanken macht“, lobte Klaus Schetter das Konzept. Die Christdemokraten hätten „Vertrauen“ in die Arbeit und Pläne der Caritas. Dies sei „blindes Vertrauen“ konterte Holger Schoel (Grüne). Mit deutlicher Mehrheit wurden die Vorschläge der Verwaltung schließlich angenommen.

Die Maximilian-Kolbe-Schule soll Teilstandort eines Grundschulverbundes werden, bei dem die Gemeinschaftsgrundschule den Hauptstandort bilden wird. Die Kollegien beider Schulen hatten den Wunsch nach einer organisatorischen Zusammenlegung gestellt. Dies brachte der Rat bei zwei Gegenstimmen auf den Weg. Zwar gab es auch hier Kritik an der „Zeittafel“, wie Schetter es nannte, doch sei wegen der Fristen „Eile geboten.“

(jok)
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