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Schermbeck: Brunnenbesitzer ärgern sich über hohe Nitratwerte im Wasser

Wasser aus Privatbrunnen in Schermbeck untersucht : Verein meldet hohe Nitratwerte

Brunnenbesitzer ärgern sich im Raum Schermbeck über belastetes Wasser. Der Verein VSR-Gewässerschutz hatte kürzlich Stichproben aus der Region untersucht.

Der Verein VSR-Gewässerschutz meldet wieder starke Nitratbelastung in Schermbecker Brunnen. Vielen Bürgern hat der Verein mitteilen müssen, dass das Wasser aus ihren Brunnen zu viel Nitrat enthält. Der Verein machte kürzlich in Schermbeck Halt – Bürger konnten ihr Wasser dort messen lassen. Etwa jeder vierte Brunnenbesitzer wurde laut VSR enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist. Insgesamt wurde das Wasser von 56 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Schermbeck/Dorsten analysiert.

 Harald Gülzow (links) im Gespräch mit einer Brunnennutzerin.
Harald Gülzow (links) im Gespräch mit einer Brunnennutzerin. Foto: VSR-Gewässerschutz e.V.

Ein Grund für die hohen Belastungen sei die intensive Landwirtschaft, teilte der VSR mit. Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Die umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, zu der viele bäuerlichen Betriebe zählen, verschwände dagegen immer mehr.

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Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz, und Milan Toups, der als Bundesfreiwilliger bei dem Verein tätig ist, fanden bei den Untersuchungen 120 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Rhade. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Erle mit 73 Milligramm pro Liter (mg/l), Üfte mit 105 mg/l, in Altschermbeck mit 89 mg/l, in Schermbeck mit 98 mg/l, Besten mit 84 mg/l und in Holsterhausen mit 76 mg/l fest.

(RP )