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Schepersfeld: Kirche St. Franziskus wird zum Kolumbarium umgebaut

Wesel : Abschied und Neuanfang in Schepersfeld

Sonntag ist der letzte Gottesdienst im Hauptschiff, das zum Kolumbarium wird. Pfarrheim und Werktagskirche kommen neu.

Das Kirchenschiff der Franziskuskirche ist längst zu groß geworden für die weniger werdenden Gottesdienstbesucher in Schepersfeld. Der Raum soll, wie mehrfach berichtet, in ein Kolumbarium, eine Urnenbegräbnisstätte, umgewandelt werden. Schon bald plant der Kommunalbetrieb ASG den Raum zu übernehmen und dort Stelen zu installieren. Die Unterzeichnung des Erbbaurechtsvertrages werde bald erfolgen, so ASG-Leiter Ulrich Streich. Für die Gemeinde St. Nikolaus bedeutet das: Abschied nehmen von diesem Teil der Kirche. Am Sonntag wird der letzte Gottesdienst im Hauptschiff gefeiert, in der kommenden Woche beginnen umfangreiche Umbau- und Abrissarbeiten am Pfarrheim und der Werktagskirche.

Damit in Schepersfeld weiter Gottesdienste gefeiert werden können, richtet die Gemeinde den kleineren Kirchenraum neben dem großen Hauptschiff neu her. Außerdem soll das Pfarrheim in kleinerer Form neu gebaut werden. Die Abrissarbeiten sind der erste Schritt, denn derzeit hat der benachbarte Kindergarten Ferien und die Zeit soll für diese Arbeiten genutzt werden, erklärt der Leitende Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Wesel, Stefan Sühling. Danach beginnen die Arbeiten am Rohbau für das eingeschossige Pfarrheim. Zwischen dem Neubau und dem Kindergarten entsteht ein Eingangsplatz für beide Gebäude.

Das Pfarrheim erhält eine Glasfront, der Eingangsbereich soll zugleich als Veranstaltungsraum genutzt werden können. Außerdem wird es einen weiteren, etwa 60 Quadratmeter großen Raum geben. Die angrenzende Werktagskirche wird umgestaltet. Der eher dunkle Raum wird durch eine Lichtdecke und eine Glasfront zum neuen Pfarrheim hin heller gestaltet, die Bestuhlung erneuert. Bei größeren Gottesdiensten können die Räume des Pfarrheims mitbenutzt werden, so dass bis zu 120 Personen Platz finden, wie Sühling erklärt. Vor dem neuen Gebäude ist auch ein freistehender Glockenturm geplant. Die Bauarbeiten werden mindestens bis Frühjahr 2019, wahrscheinlich sogar länger dauern.

Beim ASG laufen derweil die Planungen für das Kolumbarium. In der kommenden Woche, erklärt Ulrich Streich, werde man sich einige umliegende Kolumbarien anschauen. Mit den Arbeiten im Kirchenschiff wird nach der Vertragsunterzeichnung begonnen. Der Boden an der Stelle, wo jetzt noch die Bänke stehen, sowie die Eingangstüren müssten erneuert werden. Von mehreren Firmen will Ulrich Streich Vorschläge einholen, wie die Stelen in der Kirche angeordnet werden könnten, aus welchem Material sie bestehen und wie der Raum gestaltet werden könnte. Über die Vergabe des Auftrages soll dann der Betriebsausschuss voraussichtlich im November entscheiden.

Etwa 1500 bis 1700 Kammern für je zwei Urnen haben in dem Kirchenschiff Platz, schätzt Streich. Zu Beginn sollen aber erst einmal nur 200 bis 600 Kammern installiert werden – aus Kostengründen und um den Bedarf abzuwarten. Ziel sei, dass im ersten Halbjahr 2019 die ersten Beerdigungen im Kirchenraum stattfinden können.

(rme)