Salzbergbaugeschädigte setzten auf Dialog mit Unternehmen

Rahmenbetriebsplan bereitet Sorgen : Bergbau-Absenkungen: Steigt das Hochwasserrisiko?

Bei der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten waren die Auswirkungen des Bergbaus Thema

Es war ein düsteres Bild, das Hans-Peter Feldmann aus Xanten im Saal der Marktschänke in Büderich zeichnete, wo sich gut 40 Mitglieder der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW zu ihrer Jahreshauptversammlung trafen. In seinem Vortrag zum Schutz kritischer Infrastrukturen am Niederrhein führte er aus, dass durch den Bergbau unter dem Niederrhein und die daraus resultierenden Absenkungen ein hohes Gefährdungspotential durch Hochwasser bestehe. „Im Falle einer Katastrophe wäre der gesamte linke Niederrhein unter Wasser“, sagte Feldmann. Damit meint er ein extremes Hochwasser, das noch über dem für den Deichschutz zu Grunde liegenden 500-jährigen Bemessungshochwassers läge. „Eigentlich dürfte es in der Gegend überhaupt keinen Bergbau geben“, sagte er und forderte, dass der Hochwasserschutz am Niederrhein hoheitliche Aufgabe werden müsse, der entsprechende Gesetze statt Richtlinien zugrunde liegen.

In seinem Rückblick hob der Vorsitzende Torsten Schäfer den Runden Tisch Salzbergbau als besondere Veranstaltung hervor, deren zweites Treffen nun im Mai 2019 stattfinden soll. „Wir haben damit schon erreicht, dass es jetzt bei den Unternehmen eine höhere Bereitschaft gibt, mit uns zu sprechen“, erklärte er. Wie auch 2018 wolle man mit Politikern und den Unternehmen konstruktive Gespräche führen. Besonders im Fokus der Bürgerinitiative wird weiterhin die Verlängerung des aktuellen Rahmenbetriebsplans der Esco (European Salt Company) stehen, der direkte Auswirkungen auf das Gebiet in Rheinnähe haben wird. „Ich bin eher skeptisch, dass wir dagegen etwas unternehmen können“, sagte Torsten Schäfer. Auch die Pläne der Linksniederrheinischen Entwässerungs-Genossenschafft (Lineg) will die Bürgerinitiative weiterhin im Auge behalten.

Mehr von RP ONLINE