Wesel/Hünxe/Schermbeck: RVR schließt Lücke auf Römer-Radweg

Wesel/Hünxe/Schermbeck: RVR schließt Lücke auf Römer-Radweg

Von Wesel nach Schermbeck radeln – kein Problem: Gestern eröffnete der RVR den bislang fehlenden Abschnitt Wesel-Hünxe. Für die Pflege sind die jeweiligen Kommunen zuständig. Allerdings sind die Verträge noch nicht unterschrieben.

Von Wesel nach Schermbeck radeln — kein Problem: Gestern eröffnete der RVR den bislang fehlenden Abschnitt Wesel-Hünxe. Für die Pflege sind die jeweiligen Kommunen zuständig. Allerdings sind die Verträge noch nicht unterschrieben.

Großer Bahnhof gestern Morgen an der ehemaligen Bahntrasse in Obrighoven: Der Regionalverband Ruhr (RVR) eröffnete im Beisein von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) und ihren Amtskollegen Hermann Hansen (Hünxe) und Ernst-Christoph Grüter (Schermbeck) sowie der stellvertretenden Landrätin Christel Winterberg den neuen Weg, der nun Wesel und Hünxe radtouristisch miteinander verbindet. Und nicht nur das: Mit dem Teilstück wird die noch fehlende Lücke des ehemaligen Römer-Radweges im Kreis Wesel geschlossen, der einst von Haltern über Dorsten, Schermbeck, Hünxe und Wesel nach Xanten angedacht war. Doch vor nicht einmal einem Jahr entschloss sich der RVR, den eigentlichen Römer-Radweg aufzugeben. Stattdessen gehen die meisten Teile davon in den neuen Fernradwanderweg Römer-Lippe-Route über. "Römer-Spuren-Schleife" heißt das Ganze nun und ist ein etwa 56 Kilometer langer Abschnitt.

Doch zurück zur Etappe Wesel-Hünxe: Nach neunmonatiger Bauzeit wurde der etwa sechs Kilometer lange Radweg gestern offiziell eröffnet. "Was lange währt, wird endlich gut", sagte Bürgermeisterin Westkamp und verwies auf einen SPD-Antrag von Wilhelm Bussmann aus dem Jahr 2001, der 2005 noch einmal erneuert wurde. Das klingt erst einmal gut. Auf Nachfrage der RP berichtete Ulrich Carow, Bereichsleiter Umwelt beim RVR, aber, dass der Regionalverband bereits seit 1987 an der Umsetzung des Radweges arbeitet. Damals wurde der erste Teilabschnitt in Schermbeck eröffnet.

Weitere Unstimmigkeiten gibt es auch in Sachen Einladungspolitik und Pflegekosten. So beklagte Jürgen Linz, Fraktionsvorsitzender der CDU in Wesel, dass er erst einen Tag vor der Eröffnung von diesem Termin erfahren habe. Das kritisierte auch sein Kollege von der FDP, Friedrich Eifert: "Die Einladung zur Einweihung des Radwanderweges erreichte die örtlichen politischen Vertreter gar nicht erst. Zahlen aber darf die Stadt." Zum Hintergrund: Die 920 000 Euro, die der Bau des Radweges gekostet hat, übernimmt zu 75 Prozent das Land und zu 25 Prozent der RVR. Die Pflege- und Unterhaltungskosten müssen jedoch die jeweiligen Kommunen tragen. Und zwar für die nächsten 20 Jahre. Das Brisante daran: Wie Bürgermeisterin Westkamp gestern selbst verriet, sind die Verträge zwischen Stadt und RVR noch nicht unterschrieben.

Ihr Parteigenosse und Fraktionschef Ludger Hovest war gestern Morgen im Übrigen sehr wohl vertreten.

(jul)
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