Kreis Wesel: Runder Tisch steigt ins Thema Salzbergbau ein

Kreis Wesel: Runder Tisch steigt ins Thema Salzbergbau ein

Am Runden Tisch Salzbergbau sollen künftig Differenzen zwischen Unternehmen und Geschädigten ausgeräumt werden. Er traf sich am Donnerstag im Weseler Kreishaus. Wie berichtet, hatte der Kreistag die Verwaltung beauftragt, eine solche Veranstaltung durchzuführen. Anwesend waren Vertreter der Salzbergbauunternehmen, der Bürgerinitiativen, der betroffenen Kommunen Alpen, Rheinberg, Wesel und Xanten, der Bezirksregierung Arnsberg als Genehmigungsbehörde sowie der Kreistagsfraktionen.

Wie die Verwaltung gestern mitteilte, geriet schnell das rege diskutierte Thema "Schlichtungsstelle" in den Fokus der Sitzung. Es herrschte Uneinigkeit darüber, ob ein gemeldeter Schaden weiterhin über die Salzbergbauunternehmen der Region oder über eine Schlichtungsstelle beurteilt werden solle. Eine Schlichtungsstelle fungiert im übertragenen Sinne als Schiedsrichter, der zwischen den Unternehmen und den Bergbaugeschädigten neutral vermittelt.

Dem Kreis Wesel war es gelungen, Prof. Heinz Konietzky von der Technischen Universität Freiberg als international anerkanntem Fachmann der Geotechnik für einen Vortrag zu gewinnen. Er klärte über die Auswirkungen des unterirdischen Steinsalzabbaus auf die Oberfläche auf und erläuterte, dass Umfang und Zeitspanne der Auswirkungen durch vielseitige Möglichkeiten des Monitorings kalkulierbar und beherrschbar seien.

Im Anschluss daran berichteten Vertreter der Salzbergbauunternehmen sowie der Bürgerinitiative der Bergbaugeschädigten über ihre Erfahrungen. In einer laut Verwaltung sachlichen Abschlussdiskussion klärten die Anwesenden inhaltliche Fragen und Anmerkungen. Sie waren sich einig, dass es zukünftig wichtig sei, Missverständnisse - insbesondere zwischen Salzbergbauunternehmen und Bergbaugeschädigten - zu klären. Der Runde Tisch sprach sich einstimmig dafür aus, weitere Sitzungen zu veranlassen. Die Umsetzung hängt von einer Entscheidung des Kreistages ab. Vorstandsmitglied Helmut Czichy: "Es wäre hilfreich, wenn für mögliche weitere Sitzungen Referenten der Schlichtungsstelle, des Unterausschusses für Bergbausicherheit sowie der Lineg zur Klärung von Unklarheiten und vor allem für einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung stünden."

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Zu Beginn hatte Landrat Ansgar Müller auf das Ziel hingewiesen: Das in der Vergangenheit oftmals emotional diskutierte Thema solle sachlich erörtert und das Wissen aller Beteiligten über die Zusammenhänge des Steinsalzbergbaus vertieft werden. "Ich freue mich, dass wir dieses Ziel erreicht haben", sagte Czichy am Ende.

"Der Aufschlag, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, war ein guter Auftakt, die Problematik des Salzbergbaus im Kreis Wesel zu thematisieren", sagte im Nachklang gestern Sascha Wagner, Fraktionsvorsitzender der Linken im Weseler Kreistag. Jetzt sei die Politik gefordert, alle Akteure auch weiterhin miteinander zu vernetzen und gegenseitiges Verständnis zu erzeugen, aber vor allem die Ängste und Bedenken der Bürgerinitiativen ernst zu nehmen. Trotz des breiten Austausches sei noch viel an der Oberfläche geblieben.

(RP)
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