Rund 47 Prozent der Neuanmeldungen am Reeser Schulzentrum kommen von außerhalb

Neue Schülerzahlen vorgelegt : Hamminkelner stärken Reeser Schulen

Das dreigliedrige Schulzentrum in Rees boomt – auch wegen der Schüler aus Hamminkeln.

Noch vor ein paar Jahren bereitete die weiterführenden Schulen in Rees den Verantwortlichen im Rathaus Sorgen. Ob das Schulzentrum am Westring wie zuvor weiter Bestand würde habe können, war ob der damaligen Prognosen für die Schülerzahlen längst keine ausgemachte Sache. Doch mittlerweile hat sich der Trend ins Gegenteil gedreht. So gut wie in den letzten beiden Jahren sah es bei den Anmeldezahlen für die drei Reeser Schulen schon lange nicht mehr aus. Als Grund wird auch angeführt, dass es starken Zuzug auch aus Hamminkeln gibt. Die Stadt Hamminkeln wiederum wirbt um die Reeser Schüler und will dafür jetzt sogar eine neue Buslinie über Mehr und Haldern einführen.

Die konkreten Reeser Zahlen gab jetzt Sigrid Mölleken von der Stadtverwaltung bei der jüngsten Sitzung des Schulausschusses bekannt. Aktuell stiegen die Anmeldezahlen für die fünften Klassen des Schulzentrums von 250 im vergangenen Jahr auf jetzt 284, was einem Plus von 12,4 Prozent entspricht.

Im einzelnen liegen momentan 55 Anmeldungen für die Hauptschule Rheinschule vor (Vorjahr: 35), für die Realschule 134 (Vorjahr: 138) und für das Gymnasium Aspel 92 (Vorjahr: 77). Diese Zahlen seien im Wesentlichen auf die gestiegene Zahl von Viertklässlern zurückzuführen. Dabei jedoch besonders auffällig: „Die Anzahl auswärtiger Kinder ist bei den Anmeldungen fürs Schulzentrum erneut sehr hoch. Ihre Quote liegt insgesamt bei gut 47 Prozent“, so Mölleken. Dazu kommt: Auch die Reeser Eltern wissen die Schulen vor Ort zu schätzen und schicken ihre Kinder meist am Wohnort zur Schule: Zwölf Auspendlern, also Reeser Kinder, die andernorts eine Schule besuchen, stehen 131 Einpendler gegenüber.

Aus Isselburg stoßen 44 Schüler neu zum Schulzentrum, aus Kalkar 21, aus Hamminkeln 32, aus Emmerich 28 und aus Wesel drei. Warum die weiterführenden Reeser Schulen so beliebt sind, konnte Relaschulleiter Thomas Wenning auch noch mit einem anderen Argument erklären: „Alle drei Schulen sind Halbtags- und keine Ganztagsschulen. Die Erfahrungen, die ich aus vielen Gesprächen gemacht habe, sind, dass Eltern wünschen, dass ihre Kinder nachmittags zu Hause sind und Zeit für andere Aktivitäten haben“, sagte er. Klaus Hegel, Leiter des Gymnasiums Aspel, konnte dies mit Zahlen untermauern: Laut einer Elternbefragung hatten 57 Prozent der Eltern den Halbtag als Grund angegeben, ihr Kind aufs Reeser Gymnasium zu schicken.

Wie Thomas Wenning freute sich auch Klaus Hegel über die positive Entwicklung. Mit Blick auf die Gesamtschule Hamminkeln, die in der Vergangenheit von vielen Halderner Schülern besucht wurde, konnte er vermelden: „Wir haben Haldern zurückgewonnen.“

(Markus Balser)
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