1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Kreis Wesel: Rückumschläge doch frankieren

Kreis Wesel : Rückumschläge doch frankieren

Seit gestern läuft der Zensus 2011. Hatte sich im Vorfeld kaum jemand für die Volkszählung interessiert, so änderte sich das spätestens mit dem Versand der ersten Fragebögen an Eigentümer von Immobilien. Außerdem starten nun die Hausbesuche durch Interviewer. RP-Redakteur Fritz Schubert sprach mit Frank Brändel, der beim Kreis Wesel als Leiter der Erhebungsstelle fungiert, über Porto-Ärger, Terminabsprachen und erste Reaktionen.

Der Rückumschlag für die Fragebögen zur Gebäude- und Wohnungszählung ist nicht frankiert, soll aber nach jüngsten Nachrichten trotzdem unfrei aufgegeben werden können. Wie verhalten sich Angeschriebene richtig ?

Brändel Der Landesbetrieb IT NRW hat uns aktuell mitgeteilt, dass die Rückumschläge nach Bundesstatistikgesetz frankiert werden müssen. Wir als Kreis haben damit nichts zu tun. Möglich ist aber, dass die Bögen einem unserer Erhebungsbeauftragten mitgegeben werden, wenn der zufällig in der Nähe ist.

522 Erhebungsbeauftragte sind im Kreis Wesel unterwegs, um etwa 49 500 Menschen bei Hausbesuchen zu befragen. Wie ist das angelaufen ?

Brändel Alle sind ausgestattet und haben begonnen, ihre Terminankündigungen in ihren Bezirken zu verteilen. Erste Besuche gibt es schon heute. Denn manche hatten, was sie auch durften, ihre Kärtchen schon vor einigen Tagen verteilt und Termine ausmachen können.

Spielen die Leute einfach so mit oder stoßen die Interviewer auf Widerstand ?

Brändel Das kann ich heute noch nicht sagen. Die Interviewer haben eine Hotline zu uns. Wir sind sehr gespannt, welche Fragen auftauchen. Die Erhebungsbeauftragten sind zwar umfangreich geschult worden. Aber im praktischen Leben sieht es oft anders aus.

Was passiert, wenn Bürger sich weigern, Fragebögen auszufüllen oder Interviewer ins Haus zu lassen ? Was ist, wenn jemand zum Beispiel wegen eines Urlaubs gar nicht mitbekommt, dass er befragt werden soll ?

Brändel Wir halten die Wahrscheinlichkeit, dass jemand zwölf Wochen Urlaub macht, für sehr gering. Was die Weigerung betrifft, Interviewer ins Haus zu lassen, so gibt es auch die Möglichkeit, postalisch oder online zu antworten. Sollte jemand gar nicht antworten, wird ihm seine Pflicht deutlich gemacht. Immer noch in freundlichem Ton. Sonst droht ein Zwangsgeld ab 200 Euro.

(RP)