Hamminkeln: "Roaar" – das Musical der Realschule

Hamminkeln: "Roaar" – das Musical der Realschule

Wer am Wochenende das Forum der Heinrich-Meyers-Realschule in Hamminkeln betrat, wunderte sich. Denn urplötzlich fand man sich mitten im tiefsten Dschungel Indiens wieder – Papierlianen hingen von der Decke, ein dichter Wald mit grünen Ranken erstreckte sich auf der Bühne. Grund war das Schulmusical – "Roaar" hieß es diesmal und erzählte am Freitag- und Samstagabend in Anlehnung an Kiplings "Das Dschungelbuch" die Geschichte des Waisenjungen Mogli.

Klasse Kostüme

Alles beginnt, als der schwarze Panther Baghira (Christoph Hospital, 9a) ein merkwürdiges, schreiendes Bündel im Dschungel findet. Baghira gibt das menschliche Waisenkind in die Obhut einer Wolfsfamilie, bis es an der Zeit ist, ihn zu seinen eigenen Artgenossen zurückzuführen. Nach "zehn Regenzeiten" erweist sich das jedoch als nicht ganz einfach, da Mogli (Mareen Groß-Heynk, 10b) seinen eigenen Kopf hat und den Dschungel als Heimat nicht aufgeben will. Auf der Reise zum Menschendorf treffen Baghira und Mogli auf allerlei Zeitgenossen wie Balu, den faulen Bären, die hinterlistige Schlange Kaa (Steffen Holsteg, 9b) und den gefährlichen Tiger Shir Khan (Jessica Tenbrink, 9a). Nach all diesen Begegnungen und Abenteuern beschließt Mogli jedoch zu seinen echten Verwandten zurückzukehren. Alle Kostüme waren unter der Leitung von Lehrerin Heidi Giesecke von Bergh und hilfsbereiten Müttern in aufwendiger Handarbeit gemacht worden. Der "Oscar" für das beste Kostüm des Abends wäre sicherlich an Steffen Holsteg gegangen, der schlangenhaft lispelnd die Rolle von Kaa spielte. Er trug ein prächtig mit pinken und grünen Pailletten verziertes Sakko, passend dazu hatte er grün gefärbte Haare und eine phantasievolle Gesichtsbemalung. Der Clou war jedoch der meterlange Schlangenkörper aus Plüsch.

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Bemerkenswert authentisch war die schauspielerische Leistung von Christoph Hospital, der den Baghira spielte. Er hatte bereits im vorigen Musical "Lampenfieber" eine Nebenrolle gespielt. Dass Ausstattung, Texte, Musik und Gesang hausgemacht waren, verstand sich von selbst. "Das ist schließlich unser Markenzeichen", erklärte Ursula Römer, Lehrerin und Leiterin der Musical AG. Eine weitere Hürde: "Nachdem fast alle unsere Bandmitglieder durch ihren Schulabschluss ausgeschieden sind, mussten wir nun ganz von vorne mit einer blutjungen Band anfangen."

(RP)
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