Wesel: Riesen-Jubel um König Gunther

Wesel : Riesen-Jubel um König Gunther

Die Weseler Bürgerschützen erlebten ein spannendes Schießen. Gunther Beykirch ist der 145. Regent, seine Königin ist Silke Heirich. Sie lebt fern von Wesel, aber ihr Herz schlägt weiter für die Schützen.

Der Siegeswille war am Ende stärker als der widerspenstige Vogel. Nach zähem Ringen schoss am Samstag Gunther Beykirch um 19.11 Uhr mit dem 127. Schuss das hölzerne Federvieh von der Stange und errang damit das Königssilber der Weseler Bürgerschützen. Jubel brandete im Schützenhaus auf. Und die Spannung wuchs, wer denn wenig später als Königin auf der Bühne der Niederrheinhalle präsentiert werden würde.

Der Reiterzug – in der Mitte der übermütige Bernd Reuther – räumte diesmal beim Preisschießen ab und jubelte auf der Bühne. Foto: Bosmann, Jürgen

Der Vogel hatte den Schützen zuvor ein hartes Gefecht geliefert. Da das Preisschießen am Freitagabend nicht beendet werden konnte, waren vor Beginn des Königsschießens noch beide Flügel zu vergeben. Zwei Stunden dauerte der Kampf, den Bernd Reuther (rechter Flügel) und Ralf Ast (linker Flügel), beide Mitglied im Reiterzug, für sich entscheiden konnten.

Da brandete Jubel auf: So sieht der Thron 2012 der Bürgerschützen um König Gunther Beykirch und Königin Silke Heirich aus. Foto: jürgen Bosmann

Für Gunther Beykirch ging mit dem Königsschuss ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. "Das habe ich mir jahrelang erträumt", sagte der 43-Jährige (siehe Personalie rechts), der nach eigener Aussage schon lange vom "Schützenfieber" infiziert ist und aus einer traditionsreichen Weseler Schützenfamilie stammt. Der überglückliche König ließ sich bei der Inthronisation in der Niederrheinhalle von seinen Schützenkameraden und allen Festgästen feiern. Die Zeremonie begann leicht verspätet, um dem neuen König die "Glücksmomente" zu gönnen, wie Hans-Günther Egerlandt erklärte. Der Präsident war sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Königsschießens. "Gunther Beykirch ist ein Schützenkönig, wie wir ihn uns nicht besser vorstellen können. Er ist mit Leib und Seele Bürgerschütze", so Egerlandt.

Als Hauptmann trage der neue König seit zwei Jahren maßgeblich dazu bei, seine Kompanie und damit den Verein mit Leben zu füllen. Das Repertoire des Feierns beherrsche er wie kein zweiter. Die Insignien seiner Königswürde, die rot-grüne Königsschärpe, die silberne Königskette und das Königskreuz, erhielt Beykirch aus den Händen seines Vorgängers Ferdi Breuer. Nach dem Gesang des Huldigungschores zog unter dem Jubel der Anwesenden die Königin in die Niederrheinhalle ein. Silke Heirich strahlte in ihrem Thronkleid aus fliederfarbenem und weißem Satinstoff und nahm nach der Vorstellung durch Ferdi Breuer, diesmal in der Rolle des Vizepräsidenten, die Insignien von der Vorjahreskönigin Bärbel van Oy entgegen. "Oh, Königin heil", huldigte der Männergesangverein 1846 Wesel der neuen Regentin, die als 145. Königin das Königinnenkreuz tragen darf. Im Anschluss ertönte die Melodie zum Thronwalzer. Schließlich wurde mit dem Eröffnungstanz der Krönungsball eingeläutet. Zuvor hatte es ungewohnt rockige Töne gegeben, die musikalische Frische in den Abend brachte. Die Jungschützen machten aus dem "Trällermarsch" eine fetzige Mitsing-Nummer. Gestern folgte die traditionelle Parade und zuvor das Antreten auf dem Großen Markt.

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(krsa)