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Wesel: Rhein trennt Wesels Katholiken

Wesel : Rhein trennt Wesels Katholiken

Die Gläubigen der Kirchengemeinden St. Peter Büderich und St. Mariä Himmelfahrt Ginderich haben sich Sonntag deutlich für eine Fusion mit der Pfarrei in Alpen ausgesprochen. Großpfarrei Wesel schreckt viele ab.

Die Katholiken in Büderich und Ginderich sprechen sich mehrheitlich für die Kirchenfusion mit Alpen aus. Das ist das Ergebnis zweier Infoveranstaltungen, zu der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände der Gemeinden St. Peter Büderich und St. Mariä Himmelfahrt Ginderich gestern eingeladen hatten. Den Zusammenschluss mit Weseler Gemeinden zur Großpfarrei lehnte die große Mehrheit ab.

In Ginderich war das Votum einstimmig zugunsten der Pfarrei Alpen. Hintergrund ist der vom Bistum Münster vorgestellte neue Struktur- und Stellenplan, der Gemeinde-Zusammenschlüsse zu größeren Pfarreinheiten bis 2015 vorsieht (die RP berichtete).

Deutlich weniger Katholiken

Bereits im Herbst soll mit der Neuordnung im Kreisdekanat begonnen werden. Wesentlicher Grund für angestrebte Fusionen sind sinkende Mitgliederzahlen in den Kirchengemeinden. Dr. Heinzgerd Schott vom Gindericher Kirchenvorstand wurde konkret. So gab es 1970 etwa 300 000 Katholiken im Kreisdekanat Wesel. 2005 waren es nur noch knapp 240 000. Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist in der Zeit von 80 000 auf 24 500 gesunken. Auch die Entwicklung der Altersstruktur bei Priestern mache Umstrukturierungen unausweichlich, so Schott.

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Die Pfarrei Ginderich — gleiches gilt für Büderich — werde im Zuge der Fusion aufgelöst. Die selbstständigen kleinen Pfarreien gehen in der Großpfarrei auf. Gleiches gilt für Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat. Diese werden künftig zentral gebildet und von allen Gliedern der Großpfarrei gewählt. Büderich und Ginderich tendieren Richtung Alpen, weil man sich in einer Pfarrei mit knapp 13 000 Katholiken mehr Mitbestimmungschancen erhofft als in einer Großpfarrei Wesel mit fast 30 000 Gläubigen. "In Wesel wären wir nur elftes Rad am Wagen", formulierte es Marie-Luise Frings, Gemeinderatsvorsitzende in Büderich. Alpen habe eine ähnlich ländliche Struktur.

Zudem könne letztlich auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Walburgis Menzelen-Ost weitergeführt werden, mit der Büderich und Ginderich noch eine Seelsorgeeinheit bilden. Den endgültigen Beschluss fasst das Bistum Münster. Die Gemeinden dürfen nur Empfehlungen abgeben.

(RP)