Wesel: Reise in die Welt des Dialogs

Wesel: Reise in die Welt des Dialogs

Im gut gefüllten Weseler Bühnenhaus wurden Samstagabend die Kreiskulturtage 2007 eröffnet. Das Publikum war begeistert von Sprachinstallationen im Foyer und von Video-, Tanz- und Musikperformance auf der Bühne.

„Die Fähigkeit zum Dialog gehört zu den ältesten menschlichen Eigenschaften. Auch Kunst und Kultur können nur da entstehen, wo Austausch stattfindet“, sagte Landrat Dr. Ansgar Müller bei der Eröffnung der Kreiskulturtage 2007 im Weseler Bühnenhaus. Diese stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Dialoge“. Dabei geht es nicht nur um den künstlerischen Dialog zwischen den Akteuren und ihrem Publikum, sondern auch um den Dialog zwischen den Generationen. „Unterschiedliche Lebensanschauungen und Erfahrungen lassen sich in der Kunst durchaus zu einem fruchtbaren Dialog führen“, betonte Müller und lud die zahlreich zur Eröffnungsveranstaltung erschienenen Kulturfreunde zu einer „Entdeckungsreise in die Welt des Dialogs“ ein. Der offizielle Teil der Feier fand im Foyer des Bühnenhauses statt, wo eine „Sprachinstallation“ erste Eindrücke davon vermittelte, was alles mit dem Begriff „Dialog“ gemeint sein kann. „Zwiegespräch“ oder „Wechselrede“ heißt es schlicht im Duden. Daran anknüpfend wurden weitere Aspekte beleuchtet. „Kein Mensch könnte ohne Dialog leben“, hieß die zentrale These eines kurzen Vortrags, der – natürlich in Dialogform – von Hildegard Bielenstein und Heinrich Anschütz vorgetragen wurde. Beide sind Mitglieder der Literaturgruppe Kopfweide, die die Installation im Foyer gemeinsam mit den Klasse 8d der Heinrich-Meyers-Realschule Hamminkeln gestaltet hatte. „Das ist der Anfang...“, war auf einem großen Blatt Papier an einer Tafel zu lesen. Bereitliegende Stifte luden dazu ein, selbst einen kurzen Text darunter zu setzen.

Realschüler zeigten Videoclips

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Überall im Foyer klebten Zettel mit Fragen und Antworten. Gedichte an den Wänden beschäftigten sich auf vielfältige Weise mit dem „Dialog“, vom Du zum Ich, zwischen Mensch und Natur oder einfach als Selbstreflexion. Die Realschüler zeigten eigens gedrehte Videoclips, in denen Personen in alltäglichen Situationen miteinander kommunizierten. Mit Spannung wurde dann die Tanz-, Musik- und Videoperformance auf der Bühne erwartet. Den Auftakt machten Matthias Goebel und Benjamin Leuschner mit einer beeindruckenden Percussion-Performance, bei der verschiedene Schlaginstrumente in ein rasantes Zwiegespräch eintraten. Die Tanzdarbietung von „x-legged Rose“ aus Xanten zeigte Kommunikation durch Bewegung. Die Tänzerinnen korrespondierten mit der Musik und untereinander, agierten allein, als Paare und Gruppen. Video-Projektionen von Hein Godehart Petschulat fügten dem Dialog von Musik und Tanz ein weiteres Element hinzu. Tosender Beifall.

(RP)
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