Wesel: "Reingeboren" ins Rote Kreuz

Wesel : "Reingeboren" ins Rote Kreuz

Wolfgang Fritzsche ist seit 56 Jahren im DRK aktiv, als Elfjähriger trat er ins Jugendrotkreuz ein. Er engagiert sich für Sanitätsdienste und vieles mehr. Er bekommt den Ehrenamtspreis der Stadt.

Das schafft auch nicht jeder. 56 Jahre im Deutschen Roten Kreuz aktiv und erst 67 Jahre alt - Wolfgang Fritzsche kann diesen Werdegang aufweisen. Mit elf Jahren trat er ins Jugendrotkreuz ein seitdem lässt ihn diese Hilfsorganisation nicht mehr los. Das Engagement zeichnet die Stadt Wesel mit dem Ehrenamtspreis aus.

Er sei "reingeboren" worden ins DRK, sagt Wolfgang Fritzsche. Seine Eltern seien auch bereits im DRK aktiv gewesen. Da ist ihm dieses Engagement quasi in die Wiege gelegt worden. Und er fand das Jugendrotkreuz toll, die Ausflüge, die Wettkämpfe, die Erste-Hilfe-Kurse. Schnell stieg er auch in die Gruppenleitung ein, engagierte sich in der Kreisleitung und in der Bereitschaft, wurde Erste-Hilfe-Ausbilder.

Damit gehörte Fritzsche zu den etwa 20 Prozent, die damals wie heute auch nach Studium und Beruf weiterhin für das Rote Kreuz aktiv blieben. Während des Studiums in Düsseldorf beispielsweise arbeitete er in der dortigen Landesleitung des Jugendrotkreuzes. Und auch als er ins Berufsleben einstieg, blieb er dem Roten Kreuz erhalten. Beim Bereitschaftsdienst in Wesel ist er einer von drei Leitern. "Ein Leitungsteam hatten wir früher beim Jugendrotkreuz, und das haben wir auch beim DRK eingeführt", erzählt der Weseler. Denn die Aufgaben werden immer komplexer, die Schulungen immer umfangreicher. Da kann nicht einer alles können. Deshalb haben sie beim DRK Leiter aus den unterschiedlichen Fachbereichen.

Ausbilder für DRK-Führungskräfte auf der Landesebene im Katastrophenschutz ist der 67-Jährige auch bereits seit 20 Jahren. Und für den Kreis ist er "seit ewigen Zeiten" Fachdienstbeauftragter für den Sanitätsdienst.

Er sorgt mit seinen Mitstreitern dafür, dass die Dienstabende eingehalten werden, dass die Materialpflege vonstatten geht, dass die Ehrenamtlichen die benötigten Schulungen erhalten. Und ist schlicht und ergreifend Ansprechpartner. Denn der Chef-Ton, der früher mal an den Tag gelegt wurde, ist schon längst Vergangenheit. Ehrenamtliche Mitarbeiter wollen gepflegt sein, sonst gehen sie von der Stange, weiß er.

Ein großes Lob spricht Wolfgang Fritzsche in diesem Zusammenhang den anderen Hilfsorganisationen vor Ort aus, mit denen das DRK hervorragend kooperiere, um auch bei Großveranstaltungen genügend Sanitäter zu stellen. "Das klappt ganz toll."

Und dann hat er noch Spezialkenntnisse: Er kann ganz hervorragend Wunden schminken, wenn das DRK mal wieder eine Großübung abhält. Denn als OP-Pfleger im Evangelischen Krankenhaus weiß er genau, wie Wunden realistisch aussehen. "Realistische Unfalldarstellung" nennt sich das im DRK-Sprech, und das Jugendrotkreuz hat gerade angefragt, ob er nicht mal wieder zeigen möchte, was er kann.

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