Wesel: Reformationsjubiläum: Kirche zieht Bilanz

Wesel : Reformationsjubiläum: Kirche zieht Bilanz

"Luther predigt am 31. Oktober am Lauerhaas" steht auf dem Ankündigungsplakat. "Jeder weiß natürlich", sagt Pfarrer Albrecht Holthuis mit einem Augenzwinkern, "dass Luther nicht persönlich erscheint, aber irgendwie wird er doch da sein."

In dem Gottesdienst um 19 Uhr in der Lauerhaas-Kirche wird das berühmte Bild des Reformationsaltars aus Wittenberg im Mittelpunkt stehen. Unter anderem werden der Kirchenchor und die Konfirmanden neue Thesen zur Reformation formulieren. Nach dem Gottesdienst gibt es einen Umtrunk. Und die Gemeindeglieder sind eingeladen, "der Reformation Flügel zu verleihen".

Der evangelische Kirchenkreis Wesel zog gestern eine erste Bilanz des Reformationsjubiläums, zu dessen "Finale" am Reformationstag die Gemeinden zwischen Emmerich, Wesel, Drevenack und Schermbeck mit ihren rund 40. 000 Mitgliedern jetzt ansetzen.

Fast ein ganzes Jahr lang gab es zahlreiche Veranstaltungen: Gottesdienste mal ganz anders und woanders, Konzerte mit Klassik, Gospel und Pop, den Kreiskirchentag mit Festkonzert, Jugendtag und Fest der Gemeinden, verschiedene Vorträge und Ausstellungen, Theateraufführungen und einiges mehr. Nun geht es "im Sauseschritt", so Holthuis, auf das eigentliche Jubiläumsdatum zu, dem Reformationstag am Dienstag, 31. Oktober. "Und hier gibt es noch einmal viele Gelegenheiten für die Gemeindeglieder im Kirchenkreis, mit ihrer Gemeinde 500 Jahre Protestantismus in einem Festgottesdienst zu feiern und zu gedenken", erklärt der Pastor, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis zuständig ist.

Ganz bewusst und im Gegensatz zu dem gemeinsamen zentralen Gottesdienst im Weseler Lutherhaus am Reformationstag 2016 werden nun ein Jahr später - am eigentlichen Jubiläumstag - die Gemeinden selbst diesen Tag in Eigenverantwortung (teilweise in Kooperation mit anderen Gemeinden) gestalten. Synodalassessor Pfarrer Michael Binnenhey hat festgestellt, dass sich auch die Katholiken in den zurückliegenden zwölf Monaten verstärkt für die Reformations-Thematik interessierten. "Verschiedene katholische Gruppe - wie die KAB - sind auf mich zugekommen und haben mich gebeten, bei ihnen etwas über Martin Luther zu erzählen", so der Pastor aus Isselburg.

Kreiskantor Ansgar Schlei erinnerte daran, dass im Jubiläumsjahr das Liedgut Luthers auch modern aufbereitet worden sei und "in verschiedenen Kirchen immer wieder aufblitzte". Zu den Höhepunkten zählten zweifelsohne die drei gemeinsame Chorkonzerte, die 15 der etwa 40 Kirchenmusiker des Kirchenkreises gemeinsam gestalteten.

(jok)