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Wesel: Quo Vadis? Ins Quo!

Wesel : Quo Vadis? Ins Quo!

Markus Gesthüsen ist seit dem vergangenen Jahr der Besitzer der Weseler Kultkneipe an der Friedenstraße. Seit 1985 hat sich der Style der Gaststätte nicht mehr verändert – auch als Aufführungsort für Bands und Jam-Sessions.

Markus Gesthüsen ist seit dem vergangenen Jahr der Besitzer der Weseler Kultkneipe an der Friedenstraße. Seit 1985 hat sich der Style der Gaststätte nicht mehr verändert — auch als Aufführungsort für Bands und Jam-Sessions.

"Wohin gehst du?", das heißt Quo Vadis übersetzt. Für viele Weseler ist die Frage gleichzeitig die Antwort. Ins Quo natürlich. Seit 1985 gibt es die "Kultkneipe" an der Friedenstraße in Wesel schon. Obwohl, die Geschichte geht weiter zurück. Mit "Anno" hat es vor etwa 35 Jahren angefangen, es folgte der "Fuchsbau", "La Töchte" und schließlich seit nun 24 Jahren das Quo Vadis. Letztes Jahr gab es einen Besitzerwechsel. Markus Gesthüsen hat die Kneipe übernommen. Eingefleischten Quo-Gängern war er aber schon länger bekannt. Seit 2002 hat er hier als Kellner gearbeitet, erst nebenbei, dann fest.

Gelernter Schneider

"Ich bin eigentlich gelernter Schneider und bin dann in der Gastronomie versackt. Aber ich bin froh, dass es so gekommen ist", sagt der 34-Jährige, der 1992 selbst zum ersten Mal als Gast im Quo war. Der Style der Kneipe hat sich nie groß verändert. "Seit 1985 ist hier eigentlich alles so geblieben, wie es ist", sagt Markus Gesthüsen. So lange sind die Wände auch schon mit grobem Kellenputz verkleidet, der über die Jahre, sagen wir mal, nachgedunkelt ist. Auch der zweifelhafte Ruf haftet dem Quo seit Jahren an. "Ganz früher war es als Drogenkneipe bekannt. Das hört man heute noch, obwohl das zu Quo-Zeiten nie ein Thema war", sagt Markus Gesthüsen.

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Sportlich gesehen, kann man im Quo einen "Rundlauf" machen. Links der Bar startet man beim Dart, dann folgen zwei Kickertische. Nach einem kleinen Sprint an den Toiletten vorbei hin zum Billardtisch, erreicht man nach einer scharfen Kurve wieder die Theke, an der man sich dann ein kühles Bier genehmigen kann. Oder einen der 50 Cocktails, die das Quo dank neuer Karte führt. Ansonsten wird hier nicht jede Mode umgesetzt, was vor allem Stammgäste schätzen. Die gehören teilweise schon fast zum Inventar. Uwe Merker und Frank Schut sind der Kneipe seit "Anno"-Zeiten treu, Uwe Merker war sogar der allererste Gast im Quo. Aber wie ist es denn, das Quo- Publikum? "Sehr gemischt, wir haben Gäste von 16 bis 70 Jahren", sagt Markus Gesthüsen. So manch einer kommt da schon in der zweiten Generation.

Außerdem ist das Quo ein Treffpunkt für alle, die mittlerweile nicht mehr in Wesel leben und dann mal wieder die Heimat besuchen. "Viele treffen sich dann hier wieder", sagt Markus Gesthüsen. Das ist vor allem an Weihnachten der Fall, dann platzt das Quo aus allen Nähten. Aber auch den Rest des Jahres ist einiges los, vor allem musikalisch. "Das Beste ist, dass man hier die Möglichkeit hat, live zu spielen", sagt Frank Schut. Das Quo veranstaltet jeden ersten Montag im Monat eine Jam-Session, bei der jeder die Möglichkeit hat, live zu spielen.

Überhaupt spielt Musik eine große Rolle. Jeden zweiten Samstag im Monat gibt es neuerdings einen "Gothic meets Metal" Abend. Und auch Konzerte finden hier regelmäßig statt. Dieses Wochenende konnten sich Musikinteressierte über einen Gast aus Arizona freuen. Gene Conners, genannt "Mighty Flea" (mächtiger Floh) gab sich im Quo die Ehre. Zusammen mit der Band "The Voyagers" bescherte der 78-Jährige einen tollen Abend.

(RP)