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Wesel: Publikum im Bühnenhaus hatte wenig zu lachen

Wesel : Publikum im Bühnenhaus hatte wenig zu lachen

Trotz starker Schauspieler konnte die Inszenierung von "Der letzte der feurigen Liebhaber" nicht überzeugen.

Ulrich Stark verantwortete die Inszenierung der Boulevard-Komödie "Der letzte der feurigen Liebhaber" des Amerikaners Neil Simon, die jetzt im Städtischen Bühnenhaus zu sehen war.

Wer nun meinte, den ganzen Abend das Zwerchfell in Aktion bringen zu können, lag dieses Mal falsch. Das Stück über einen 47-jährigen, seit 23 Jahren verheirateten Fischrestaurant-Besitzer mit Namen Barney Cashman, der noch einmal fremdgehen will und ein erotisches Abenteuer mit gleich drei Damen sucht, geriet zum Langweiler. Lange musste man auf den ersten Lacher warten. Das lag nicht an den Schauspielern.

Obwohl nur drei Akteure auf der Bühne standen, ging es um vier Personen. Sabine Kaack, die gleich in einer Doppelrolle auftrat (einmal als draufgängerische dominante Elaine Navazio, später als Jeanette Fisher im Chanel-Outfit), machte ihre Sache ausgezeichnet. Sie ist den deutschen Fernsehzuschauern nicht unbekannt. Mit 14 Jahren lernte sie Schauspielerin Helga Feddersen kennen, die ihr nach einem Vorsprechen Mut machte, die Aufnahmeprüfung an der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst zu wagen.

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Mit 19 Jahren hatte sie schon ihr Diplom. Sie erlangte nationale Bekanntheit durch die Kult-Serie "Diese Drombuschs" als Tochter Marion sowie als Kommissarin in der Krimi-Vorabendserie "Da kommt Kalle" sowie durch zahlreiche anderen TV-Produktionen. Derzeit ist sie als gefragte Schauspielerin wieder auf Tournee und betätigt sich als Sprach-Coach an der Flensburger Euro-Uni.

Für den Essener Schauspieler Martin Lidow war das Stück geradezu eine Paraderolle. An ihm lag es bestimmt nicht, dass die Aufführung nicht gerade von den Sitzen riss, er zeigte, was einen guten Schauspieler ausmacht. Witz und Situationskomik kamen zum Vorschein. Der Grimme-Preis-Träger spielte schon als Hauptdarsteller in den Fernseh-Serien "Der Fahnder" und "Polizeiruf 110". Er war natürlich der "feurige Liebhaber" mit all seinen Macken. In der Wohnung seiner Mutter kam dann doch alles anders als geplant.

Marie Anna Suttner als Nachtclubsängerin und Kifferin war manchmal nicht gut verständlich, ob es an der ungewöhnlichen Rolle lag? Auf jeden Fall spielte sie die ständig plappernde poppige Bobbi Michele, die in ihrem Glitzerhöschen gewagte Sprüche von sich gab, recht munter.

Es gab zum Schluss zwar Beifall für die Akteure, doch die Komödie hatte nur wenig Anlass zum Lachen geboten.

(krüs)