Probleme zum Start des RRX erwartet

Neuer Zug : Probleme zum Start des RRX erwartet

Die Strecke Wesel – Koblenz ist Teil eines Vorlaufbetriebes des neuen Rhein-Ruhr-Express. Ab dem 9. Juni soll der Zug regelmäßig auf der Strecke verkehren. Der Verkehrsverband Nahverkehr Rheinland warnt allerdings schon vor.

Beim Nahverkehrs-Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (RRX) geht am 9. Juni mit dem RE 5 zwischen Wesel und Koblenz eine der längsten und bestgenutzten Linien an den Start. In der Anfangszeit bitten die Auftraggeber allerdings die Pendler um Geduld: „Die Linie RE 5 hat eines der höchsten Fahrgastaufkommen, und ist aktuell eine der schwierigsten und qualitätsmäßig schlechtesten Linien in Nordrhein-Westfalen“, sagte am Freitag der Geschäftsführer des Verkehrsverbands Nahverkehr Rheinland (NVR), Heiko Sedlaczek, in Düsseldorf. Einen pünktlichen und störungsfreien Betrieb von einem Tag auf den anderen dürften Bahnreisende am Niederrhein nicht erwarten. Die Infrastrukturprobleme auf der Strecke über Duisburg, Düsseldorf und Köln ließen sich nicht innerhalb weniger Jahre beheben, auch wenn daran mit Hochdruck gearbeitet werde, sagte Sedlaczek.

Zum Hintergrund: Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll eine Aufwertung des Regionalverkehrs auf der Rheinschiene und im Ruhrgebiet bringen. Dichtere Taktfrequenzen und höhere Beförderungszahlen sind geplant. Der RRX soll dabei die Linien des Regionalexpresses ersetzen. Seit 9. Dezember 2018 fahren die ersten RRX-Züge zwischen Kassel und Düsseldorf. Insgesamt fünf Strecken sind im sogenannten Vorlaufbetrieb geplant. Die RRX-Linie Wesel über Dinslaken und Duisburg bis Koblenz ist die zweite RRX-Linie, die bald anläuft. Betrieben wird sie durch die National Express GmbH. Zwischen 2030 und 2035 ist die endgültige Fertigstellung der RRX-Infrastruktur geplant.

Immer wieder wird an der Bahnstrecke derzeit gebaut. Das Stück von Wesel nach Oberhausen ist Teil der Betuwe-Linie, mit der Güter aus den niederländischen Seehäfen in das Ruhrgebiet gebracht werden sollen. In den Kommunen regt sich weiter Widerstand gegen Teile der Planung. Die Bauarbeiten sorgen immer wieder dafür, dass Züge ausfallen. Diese Beeinträchtigungen erschweren auch den Start des Rhein-Ruhr-Express.

Teil des Milliardenprogramms sind neue Züge und bauliche Verbesserungen an Bahnhöfen, Schienen und Übergängen. Schon die neuen Züge trügen allein durch ihre höhere Beschleunigung und größere Zahl an Sitzplätzen zu mehr Pünktlichkeit bei, werben die Betreiber. Ab Mai, noch vor der kompletten Betriebsübernahme im Juni, soll ein neuer RRX-Zug pro Tag auf der Strecke verkehren. Die Linie wird vom Bahnunternehmen National Express betrieben.

Seit Dezember 2018 fahren insgesamt 15 RRX-Züge von Abellio Rail NRW auf der Linie RE 11 zwischen Düsseldorf und Kassel. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) lobte den Start: „Der Betrieb ist stabil, die Züge sind gut.“ Von Kunden, die die Züge nutzen, habe er positives Feedback bekommen. Der RRX soll für bessere Zugverbindungen in dem Ballungsraum sorgen. Bis er, wie geplant, im 15-Minuten-Takt Köln und Dortmund verbindet, werden allerdings noch Jahre vergehen.

(sep)
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