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Wesel: Probereinigung bringt's nicht

Wesel : Probereinigung bringt's nicht

Taubenkot und Fettflecken auf der neuen Fußgängerzone sollten gestern zur Probe mit einer Spezialmaschine gereinigt werden. Das Ergebnis hat ASG-Chef Streich nicht überzeugt. Nun sucht er nach Alternativen.

Das vor allem durch Kot und Fettflecken stellenweise stark verschmutzte neue Pflaster zwischen Viehtor und Leyensplatz ist für viele Menschen in Wesel ein echtes Ärgernis. Um das Problem zu lösen, hat der städtische Betrieb ASG Hilfe aus Duisburg angefordert.

Die dort ansässige Firma Salamon und Zimmermann, die europaweit Reinigungsmaschinen an Unternehmen und Kommunen verkauft, rückte gestern Vormittag mit einer handgeführten, sogenannten "Drei-Scheibenmaschine mit Kunststoffbürsten" an, um im Bereich Viehtor/Sandstraße (Brödis) probehalber einen besonders stark verschmutzten Bereich in Angriff zu nehmen.

Denn vor Ablauf eines Jahres dürfen die herkömmlichen Saug-Kehrmaschinen des ASG auf dem neuen "Prachtboulevard" nicht eingesetzt werden — aus Gewährleistungsgründen. Der Probelauf war übrigens wenig zufriedenstellend. "Dieses Verfahren bringt nichts", lautet das Urteil von ASG-Betriebsleiter Ulrich Streich.

Frank Salamon, der einige Quadratmeter mit 25 Grad warmen, dann mit 50 Grad heißem Wasser und schließlich mit einem fettlöslichen Reinigungsmittel bearbeitet hat, zieht ein ganz anderes Fazit. "Es reicht eigentlich eine Reinigung mit warmem Wasser. Mehr ist nicht nötig", sagt der Experte, der sich schon ein wenig über die Kritik an dem hellen Pflaster wundert. "Das ist eine tolle Fußgängerzone, die ihr hier in Wesel habt", schwärmt er. "Und ich kenne wirklich viele Einkaufsstraßen und habe den Vergleich."

Während der von vielen Passanten neugierig beäugten Probereinigung schrubbt Elke Chmurawa den Bereich vor Schreibwaren Tönnes. "Wir wollen ja, dass es hier immer gut aussieht", sagt Inhaberin Hanne Henrichs, die mit vielen ihrer Kunden über die neue Fußgängerzone spricht. "Die meisten", sagt sie, "sind sauer über das viel zu helle und empfindliche Pflaster."

Ulrich Streich wird der Politik im Juni im ASG-Betriebsausschuss von der Aktion und seiner Einschätzung im Detail berichten. "Gegen die Fettflecken hat auch das heiße Wasser mit dem Reiniger nichts geholfen. Im Gegenteil: Die Flecken sind hinterher nur noch mehr auf dem ansonsten heller gewordenen Pflaster aufgefallen", sagt Streich. Noch vor der Sitzung wird er nach Kamen reisen, wo ein ähnlich helles Pflaster verlegt ist und eine fugenschonende Spezialmaschine (Kosten: rund 100 000 Euro) täglich im Einsatz ist. Auch über seine Erfahrungen dort wird Streich berichten.

(RP)