Bezirksbeamter in Wesel: Polizist Manger - ein echter Typ

Bezirksbeamter in Wesel: Polizist Manger - ein echter Typ

Oliver Manger ist neuer Bezirkspolizist für Fusternberg. Wer diesen Mann kennengelernt hat, der denkt neu über den Polizeiberuf nach. Manger spricht Klartext, ist Kümmerer, aber irgendwie auch harter Hund.

Es ist nicht verboten, als Polizist ein Menschenfreund zu sein. Deshalb fühlt sich Oliver Manger so wohl in seinem neuen Job. Der 51-jährige Weseler ist seit Kurzem Bezirksbeamter für den Fusternberg und sagt: "Es gibt Leute, die habe ich vor zehn Jahren festgenommen, von denen werde ich heute gegrüßt. Die müssen sich ja als Weseler nicht ihr Leben lang verstecken, nur weil sie mal eine schlechte Phase gehabt haben und straffällig geworden sind." Solche offenen Sätze sind selten bei einem Pressetermin, erst recht, wenn man mit einem Polizisten spricht. Womit bewiesen wäre: Manger ist eine Type, durchaus auch mal harter Hund, einer jedenfalls, dem man gerne zuhört. Der Ortstermin in der Kreispolizeiwache war genau aus diesem Grund ebenso unterhaltsam wie aufschlussreich.

Während die öffentliche Debatte sich um zunehmende Angriffe auf Sicherheitspersonal dreht, verrichten Typen wie Manger cool und mit Begeisterung ihren Dienst für den Bürger.

Die Polizei Wesel hat in den vergangenen Wochen gleich mehrere Bezirksbeamte im Kreis neu vorgestellt, weil viele Stellen neu besetzt worden sind. Manger ist einer von ihnen, und doch ganz anders. Früher trug er mal Zopf, auch in seiner Zeit als Motorradpolizist, wie er gestern erzählte. Selbst heute, Manger trägt inzwischen modernen Kurzhaarschnitt, würden ihm noch manchmal Weseler sagen: "Sie sind doch der mit dem langen Haar." Polizeihauptkommissar Manger sagt: "Man muss echt rüberkommen, man darf sich nicht verstellen. Als Polizist muss man gerne mit Menschen umgehen." Wenn er merke, dass sein Gegenüber überfordert ist mit Bürokratie - Ämtern, Behörden, Justiz - dann nimmt er sich Zeit. "So verstehe ich meinen Job."

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Der 51-Jährige stammt gebürtig aus Bocholt, lernte erst bei Flender, erinnerte sich dann nach der Ausbildung, dass er doch eigentlich immer Polizist werden wollte. Mit 23 Jahren bewarb er sich, arbeitete dann erst in Bochum direkt neben dem Ruhrstadion, später dann in der Moerser Wache als größter im Kreis Wesel. Er ist verheiratet, Vater einer Tochter (22) und eines Sohnes (20). Die Tochter wird ebenfalls Polizistin. Seit vielen Jahren schon ist Manger in Wesel tätig, die vergangenen elf davon als Motorradpolizist. Seit wenigen Wochen ist er als Bezirkspolizist zu Fuß auf dem Fusternberg und in Schepersfeld unterwegs und dort für rund 10.000 Bürger zuständig. "Er ist Ansprechpartner für alle, Polizist zum Anfassen, man kann auch sagen: Stadtmarshall", sagt Rüdiger Kunst, Abteilungsleiter Polizei beim Kreis.

Mit den Kindern der Grundschule wird sich Manger befassen, aber auch die Niederrheinhalle fällt in sein Aufgabengebiet. "Wenn da eine Party ist, dann müssen wir im Vorfeld die Risiken einschätzen", sagt Manger. "Da kann ich mich nicht hinsetzen und am Tag danach, wenn etwas schief gegangen ist, sagen: Habe ich ja gewusst." Die Prävention sei ein wichtiges Aufgabenfeld. Der Bezirkspolizist sagt, er nehme seinen Job persönlich. "Das macht doch jeder, auch ein Schreiner will doch mit seinem Ergebnis, dem Schrank, zufrieden sein." Er erwähnt das, weil er irgendwann vor Gericht als Zeuge aussagen musste und dort von der Justiz den Satz zu hören bekam, dass er seinen Job nicht so persönlich nehmen solle. Solch ein Amtsverständnis aber würde nicht dem Naturell Mangers entsprechen.

Den Job als Bezirksbeamter will Manger viele Jahre machen - am liebsten bis zu seinem Ruhestand. "Vor 20 Jahren habe ich gesagt, wenn mir irgendwann einer wegrennt, dann kündige ich. Bis jetzt bin ich aber noch dabei." Manger besucht regelmäßig das Fitnessstudio - und so ist zu erwarten, dass ihm auch im Alter von dann 61 Jahren die Grundschulkinder am Fusternberg noch nicht davonrennen.

(RP)