Polizeigewerkschaft fordert mehr Personal im Kreis Wesel

50 Stellen seit 2014 fehlen : Polizeigewerkschaft fordert mehr Personal im Kreis Wesel

50 Stellen seien bei der Kreispolizeibehörde in Wesel seit 2014 weggefallen, kritisiert Nils Krüger, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GDP).

Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) hat am Mittwoch Kritik daran geübt, dass die Kreispolizeibehörde Wesel erneut weniger Personal zugewiesen bekomme. Seit dem Jahr 2014 habe die Kreispolizeibehörde ein Minus von 50 Polizisten verzeichnet, teilt Nils Krüger als GDP-Vorsitzender im Kreis Wesel mit. Die NRW-Landesregierung solle reagieren, der Landrat Ansgar Müller (SPD) solle in Düsseldorf mehr Personal fordern.

Jedes Jahr zum 1. September kommt für alle Polizeibehörden des Landes Nordrhein-Westfalen die Zeit des sogenannten Personalnachersatzes für die Polizistinnen und Polizisten, die zum Beispiel durch Versetzung in andere Behörden oder wegen anstehenden Ruhestands nicht mehr zur Verfügung stehen. Seit Langem schon müsse die Kreispolizeibehörde Wesel, die sich um die Sicherheit in allen 13 Kommunen des Kreises Wesel kümmert, Einbußen verkraften, kritisiert Krüger. „Um sich diese Zahl anschaulich zu machen: Zwei bis drei Kriminalkommissariate oder ganze vier Dienstgruppen eines Wachbereichs in der Kreispolizeibehörde sind schon weggefallen“, sagt der GDP-Chef.

Der Personalrückgang bei der Polizei hat auch damit zu tun, dass auf dem Höhepunkt der RAF-Terrorwelle viele Polizisten in NRW eingestellt wurden – die gehen jetzt in den Ruhestand.

Krüger verschweigt aber auch nicht, dass die Polizei weniger Arbeit hat, weil beim Kreis angestellte Regierungsbeschäftigte zum Teil Polizeiaufgaben übernehmen. Diesen Schritt begrüße man, sagt Krüger. „Aber die Zahl derer, die bisher bei der Kreispolizeibehörde Wesel eingestellt wurden, entspricht bei weitem nicht den 50 weggefallenen Polizeibeamten. Außerdem sind sie kein Ersatz für Polizisten.“

60.000 Einsätze fahren die Beamten im Kreis Wesel im Schnitt, im September 2018 lag die Zahl der Mitarbeiter in der Kreispolizeibehörde bei 667. Trotz sinkender Personalzahlen konnte Polizeidirektor Rüdiger Kunst bei der Vorstellung der Kriminalitätszahlen vor einem Jahr Positives vermelden.

Auf Landesebene steigen die Neueinstellungszahlen bei Polizisten wieder. Die schwarz-gelbe Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, mehr Polizeieinwärter einzustellen. Im Kreis Wesel komme davon aber noch nichts an, kritisiert Krüger. „Die Kreispolizei ist damit in bester Gesellschaft mit den übrigen Landratsbehörden des Landes NRW, welche ebenfalls nicht von den höheren Einstellungszahlen profitieren.“

Die Landesregierung setze Schwerpunkte in Großbehörden. „Dies ist verständlich, darf jedoch nicht dazu führen, dass Landratsbehörden wie die Kreispolizeibehörde Wesel bei immer knapper werdendem Personal Gefahr laufen, dass die Aufgaben auf immer weniger Schultern verteilt werden und womöglich nicht mehr wahrgenommen werden können.“ Angesichts der Übergriffe auf Rettungskräfte und Polizisten bestehe die Gefahr, dass „bitter benötigte Unterstützung“ nicht rechtzeitig gewährt werden könne, Bürger länger auf die Polizei warten müssten.

(sep)
Mehr von RP ONLINE