Schermbeck: Politik will bessere Buslinie nach Wesel

Schermbeck: Politik will bessere Buslinie nach Wesel

Mit einer deutlichen Kritik an der Kreisverwaltung Wesel begann gestern die Diskussion des Haupt- und Finanzausschusses über die Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Kreises Wesel.

Völlig unzufrieden sind die Ausschussmitglieder mit der schlechten Anbindung Schermbecks an die Kreisstadt Wesel. Deshalb wird jetzt von der Kreisverwaltung gefordert, im Nahverkehrsplan eine bessere Taktung der Verkehrsbindung an Wesel einzuplanen, ohne dass dadurch höhere Kosten für die Gemeinde Schermbeck entstehen.

Um die am 24. Mai vom Kreis Wesel vorgegebene Abgabefrist vom 9. Juni wahren zu können, hatte die Gemeindeverwaltung vorbehaltlich der Ausschussberatung bereits zuvor eine Stellungnahme an den Kreis Wesel abgegeben. In dieser wurde zum Ausdruck gebracht, dass geprüft werden sollte, ob der gesamte ÖPNV-Verkehr aus der Mittelstraße herausgenommen werden könne.

In der Zwischenzeit hatte die Verwaltung weitere Schermbecker Gruppen um eine Stellungnahme zur Herausnahme des ÖPNV-Verkehrs aus der Mittelstraße befragt. Die Gemeindemarketingverein "Wir sind Schermbeck" verzichtete auf eine Stellungnahme. Die Werbegemeinschaft hält es durchaus für vertretbar, die Haltestelle bei Overkämping zu schließen. Die nächste Haltestelle liege ganz in der Nähe der Ludgeruskirche.

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Der Schermbecker Seniorenbeirat bewertet die Herausnahme des ÖPNV als "das falsche Signal". Die Herausnahme, so der Vorsitzende Friedhelm Stoltenberg, wecke bei anderen motorisierten Verkehrsteilnehmern "den Eindruck, nun endlich freie Fahrt zu haben, mit fatalen Folgen vor allem für ältere oder behinderte Fußgänger, für Mütter mit kleinen Kindern oder Kinderwagen, für Senioren mit Gehstützen oder Rollatoren."

Der Ausschuss blieb einstimmig bei der Vorgabe des Verwaltungsbeschlusses. Diese wurde allerdings noch erweitert. Die Linie 299 soll künftig nicht mehr von der Maassenstraße aus über die Umgehungsstraße nach Altschermbeck geführt werden, sondern durch das Gewerbegebiet Heetwinkel. Dadurch würde dieses Gewerbegebiet erstmals an den ÖPNV-Verkehr angebunden, was die Benutzung seitens vieler Arbeitnehmer nach sich ziehen könnte.

(RP)