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Politik in Hamminkeln: Bürgermeister Bernd Romasnki bei der Senioren-Union

Gespräch über viele aktuelle Themen : Der Bürgermeister im Kreuzverhör

13 Fragen – 13 Antworten: Seine Besuche bei der Senioren-Union Hamminkeln nutzt Bernd Romanski gerne für eine aktuelle Standortbestimmung. Ein bedeutender Komplex waren diesmal Klima und Umwelt. Worum es noch ging.

Das politische Klima in Hamminkeln ist mitunter angespannt. Mit der FWI und manchmal der CDU beharkt sich der (SPD-)Bürgermeister Bernd Romanski in manchen Fragen. Die Senioren-Union (SU) Hamminkeln, die mitgliederstärkste im Kreis Wesel, lädt den Verwaltungschef gerne ein. Politische Vorbehalte gibt es da nicht, die CDU-Senioren schätzen Romanski. 13 Fragen stellte die SU nun an den Bürgermeister, entsprechend gut vorbereitet antwortete er. Selten gibt es für ihn diese Chance, eine aktuelle Standortbestimmung vorzunehmen.

Ein bedeutender Themenkomplex ist Klimaschutz und Umwelt. Romanski, der sich die Themen früh auf die Fahnen geschrieben hatte, verwies auf die Gründung des Klima- und Umweltbeirats. Der wird bei entsprechenden Entscheidungen gehört, tritt aber öffentlich kaum in Erscheinung. Der Verwaltungschef wandte sich gegen ein „Weiter so!“ beim Klimaschutz, sprach auch davon, vor dem Aus für Traditionen wie dem Osterfeuer nicht zurückzuschrecken. Die Politik aber hat sich ebenso wie beim Kirmesfeuerwerk dafür ausgesprochen, zunächst nicht zu handeln.

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Romanski erinnerte an den im Vergleich zu anderen Kommunen frühen und großzügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Aktuell gibt es 22 Ladesäulen mit 39 Ladepunkten – darunter auch Schnellladesäulen. Den Förderantrag für die Errichtung von Mobilstationen an den drei Bahnhöfen in Hamminkeln, den Klimaschutzpreis und Baumpflanzaktionen verbuchte er ebenso auf der Haben-Seite.

Klar, dass Romanski am aktuell höchstdebattierten Thema Wirtschaftswegeverband nicht vorbeikam. Er bedauerte, dass die lauten Kritiker die vielen leisen Zustimmungen übertönen würden, und lobte die mit Kämmerer Robert Graaf ausgearbeitete Verbandslösung. Diese sei die beste Variante unter den geltenden Umständen. Bei einem Beschwerdeführer, der gerichtlich gegen die Gründung vorgeht, wundert er sich, dass dieser hohe Anwaltskosten akzeptiert, die sich angesichts der Verbandsbeiträge nicht rechnen dürften.

Beim Thema Schulen erneuerte der Bürgermeister seine Aussagen, man könne froh sein, über Neubauprojekte und Erweiterungen statt über Schließungen reden zu müssen. Die gute Infrastruktur in den Dörfern sieht er als Instrument, die Stadt für junge Familien attraktiv zu halten. Wo nicht so gehandelt werde, könne man „den Orten beim Sterben zusehen“.

Beim Wohnungsbau ist es Ziel der Stadt, hauptsächlich die Flächen in kommunalem Eigentum zu entwickeln. Vergabeparameter sind so angelegt, dass sich Interessenten das Bauen auch leisten können. Weil Hamminkeln und Dingden die Siedlungsschwerpunkte bleiben, ist dort auch externer Zuzug in die Stadt vorgesehen. Die Stadt selbst oder Investoren sollen Grundstücke vermarkten – und so unter anderem auch Angebote für ortsansässige Interessenten bereithalten.