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Wesel: Politik bedauert die Entscheidung der Kiesfirma

Wesel : Politik bedauert die Entscheidung der Kiesfirma

Die Nachricht vom massiven Stellenabbau bei der Kiesfirma Hülskens sorgte gestern auch in der Politik für Unruhe. So zeigte sich CDU-Fraktionschef Jürgen Linz "total überrascht, dass so viele entlassen werden müssen".

Die große Einigkeit in der Weseler Politik für Hülskens helfe leider nicht weiter, weil die übergeordneten Stellen bei Genehmigungen nicht mitzögen. Dabei sei Hülskens ein langjähriger und zuverlässiger Partner. Und man habe gehofft, so Linz weiter, durch die künftig im Hafen von Hülskens abgewickelte Salzverladung (RP berichtete) wirtschaftliche Probleme abfedern zu können. Linz sieht nun den SPD-Landtagsabgeordneten Norbert Meesters gefragt, sich "an vorderster Front" einzusetzen.

"Jeder Arbeitsplatz, der abgebaut wird, ist zu viel", sagte Meesters. Er stehe ständig mit Hülskens in Kontakt. Aber der Flächenverbrauch werde "in unserer Gesellschaft und auch beim Kreis Wesel kritisch gesehen". Chancen ergäben sich indes durch neue Geschäftsfelder, etwa bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Auch gebe der neue Landesentwicklungsplan integrierten Projekten Rückenwind.

Friedrich Eifert (FDP) indes überrascht es nicht, dass Hülskens auf wirtschaftliche Entwicklungen reagiert. Vielmehr sei es bedauerlich, dass die Politik — auch in Wesel — die Situation nicht immer richtig eingeschätzt habe. Beim Thema Salzverladung als Kompensation für Verluste beim Kies hätten "alle Alarmglocken schrillen müssen". Eifert kritisierte zudem das Land und den Regionalverband Ruhr, würdigte Hülskens als altes Unternehmen, das viel für die Ökologie getan habe und weiterhin tue. Eifert: "In NRW und in Wesel müssen wir aufpassen, dass wir als Industrieland nicht hinten rüberfallen. Wirtschaftsförderung muss auf der Agenda der Bürgermeisterin und auch beim Kreis Wesel an erster Stelle stehen."

Beigeordneter Dirk Haarmann mochte die Entwicklung gestern noch nicht bewerten. Erst wolle man mit Hülskens sprechen. Gleichwohl bekannte Haarmann, dass die Nachricht überrascht habe.

(fws)