Polaris Ranger in Wesel: Feuerwehr setzt auf Spezial-Quad

Einsätze in NRW : Dieses Spezial-Quad der Feuerwehr Wesel kommt überall hin

Als eine der ersten Feuerwehren in NRW hat Wesel ein Spezial-Quad angeschafft, das selbst in unwegsamem Gelände zurechtkommt. Es soll unter anderem in Wäldern, in den Auen, an Deichen und an der Betuwe-Bahnstrecke eingesetzt werden.

Der Fuhrpark der Weseler Feuerwehr hat Nachwuchs bekommen: Seit dem Wochenende steht der Polaris Ranger in der Gindericher Feuerwache bereit, um den Wehrleuten das (Arbeits-)Leben zu erleichtern. Denn überall dort, wo herkömmliche Fahrzeuge einfach zu groß, zu schwer oder zu unhandlich sind, hat das Spezial-Quad leichtes Spiel. Beispielsweise bei Rettungseinsätzen in Wäldern, bei der Suche nach Vermissten in den Auelandschaften, bei Hochwasser an Deichen und bei Erkundungsfahrten entlang der Betuwelinie.

Der kleine Ranger ist aber nicht nur äußerst wendig, sondern er macht auch Spaß. Sagt jedenfalls Frank Evers, der ehrenamtliche Gindericher Löschzugführer, der hauptberuflich als Dienstgruppenleiter in der Weseler Feuerwehr-Hauptwache tätig ist. Evers ist begeisterter Quadfahrer und hat zusammen mit Wesels Feuerwehrchef Thomas Verbeet im vergangenen Jahr über den Kauf eines normalen Ackermotorrads, wie Quads auch genannt werden, nachgedacht. Auf die Idee, ein wie auch immer geartetes, geländegängiges Fahrzeug anzuschaffen, sind sie durch die Kollegen in Kleve gekommen, die über ein Erkundungsmotorrad verfügen. „Bei einem normalen Quad hätten unsere Leute einen Helm tragen und einen Motorradführerschein machen müssen. Und es ist fraglich, ob ein Notarzt mit Koffer auf ein normales Quad gestiegen wäre“, sagt Verbeet.

Bei einem Fachhändler in Geldern stießen Evers und Verbeet  auf ein sogenanntes Side by Side der Firma Polaris mit Aufbau, Fahrerkabine und Ladefläche. Nach der Probefahrt stand für die beiden fest: „Der Ranger, der ist es.“

Weil die Feuerwehr das Vorführfahrzeug bekommen konnte, hat sie für das 48 PS starke und äußerst spatanisch ausgestattete Mobil am Ende nicht mehr als 16.000 Euro bezahlt. Als Sonderausstattung wurden lediglich zwei Türen geordert, auf dem Dach mehrere  LED-Leuchten (Evert: „Damit ist es in der Nacht taghell“) und ein Blaulicht (ohne Martinshorn) angebracht.

Im Stadtverkehr wird man den Ranger nicht erleben können. „Wir fahren ihn nämlich stets auf einem Anhänger zu den Einsatzstandorten“, sagt Frank Evers, der sich an so manchen Einsatz erinnert, bei dem der Ranger ideal gewesen wäre. „Ich denke da an drei Reitunfälle, wo wir die Verletzten mehrere hundert Meter mit der Trage schleppen mussten. Mit dem Ranger wäre das alles kein Problem gewesen.“ Und Thomas Verbeet ist überzeugt, dass die Neuanschaffung gerade auch bei künftigen Hochwasserereignissen an der Issel wertvolle Dienste leisten wird.

Wenn der Motor des Rangers startet, hört sich das übrigens an wie eine Kreuzung aus Mini-Traktor und einem alten Fiat 500. Was aber nicht heißt, dass er eine lahme Ente ist – im Gegenteil. Die Spitzengeschwindigkeit von 90 km/h ist innerhalb von wenigen Sekunden erreicht. Und steile Hänge meistert er dank Allrad-Antrieb mit Bravour. „In Wesel, wo wir viel Gegend haben, ist er geradezu ideal. An dem werden wir sicher unsere Freude haben“, ist der Feuerwehr-Chef überzeugt.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Textes stand, dass es sich um das erste Quad einer Feuerwehr in NRW. Diese Information war falsch. Es handelt sich um eines der ersten. Wir haben den Text dahingehend korrigiert.