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Moers Festival: Peter Brötzmann spielt im Schlosshof

Moers Festival : Peter Brötzmann spielt im Schlosshof

Das Moers Festival sucht Pfingsten wieder Anschluss an die Innenstadt. Musiker sind an verschiedenen Spielorten zu erleben. Festivalchef Tim Isfort kehrt auch zu den Festival-Wurzeln zurück: Er reaktiviert den Schlosshof als Spielstätte.

Kreis Wesel "Moersify", nennt Tim Isfort seinen Plan. Er will die Moerser mit seiner Begeisterung für das Festival anstecken. 2017 ist das schon ganz gut gelungen. 2018 folgt die Fortsetzung. Der Festivalchef bringt die Musik an die verschiedensten Orte in der Innenstadt: in die Einkaufsstraße, in die Kirchen, ins Peschkenhaus, in den Schlosspark - und für einen Soloauftritt des Saxofonisten Peter Brötzmann sogar in den Schlosshof. Dort, wo das Moers Festival vor 47 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Es wird nur ein exklusives Konzert für nur wenige Zuhörer sein. "Weil der Boden im Schlosshof, der zurzeit umgestaltet wird, noch nicht wieder hergestellt ist", erklärte Tim Isfort gestern in den Räumlichkeiten von "Sammlerstücke", einer Unternehmung, die am Eurotec-Ring angesiedelt ist. Dort stellte er das umfassende Musikprogramm der Nebenreihen vor.

Auch im Freizeitpark will Isfort wie einst die Festivalgründer Sonnensegel aufstellen und Musik spielen lassen - Nachtkonzerte, Lagerfeuerkonzerte und sogar eine "milde" Techno-Party. "Retro 77" nennt er das Angebot im Freizeitpark. Ein weiterer neuer Spielort des Moers Festivals ist das Café Lyzeum, früher Südring. Dort und an anderen Orten sollen kleine Guerilla-Konzerte an den Pfingsttagen stattfinden. Bürgermeister Christoph Fleischhauer bot gestern ganz spontan sein Büro im Rathaus für eines der Konzerte an. Er bedauerte, dass das Moerser Rathaus selbst dieses Jahr nicht ausgeguckt worden war.

Mobile Musik-Acts sind ebenfalls wieder zu erleben. Es spielen Musiker des Ruhrgebietsorchesters "The Dorf", und auch die Snuff Puppets kehren mit neuem Programm und Riesen-Figuren nach Moers zurück. Außerdem sind kleine Piano-Fahrzeuge unterwegs. Jan Klare kuratiert wieder die Moers Session. Dieses Jahr wird eine Session auch im Hauptprogramm in der Eventhalle am Solimare mitzuerleben sein.

Ein weiterer Spielort ist das Aktivbad Solimare. Tim Isfort rät den Besuchern, die Badesachen mitzubringen. Denn im Hallenbad wird es Unterwasserkonzerte und nächtliche Unterwasser-Klang-Installationen geben. "Und die sind nur zu hören, wenn man abtaucht", erklärt der Festivalchef. Das Freibad-Gelände, auf dem Besucher zelten und feiern dürfen, soll übrigens für alle geöffnet werden, so dass man dort verweilen, ruhen und ebenso das Camping-Flair atmen kann.

Rüdiger Eichholtz kuratiert das Programm im Moerser Schlosspark. Dort steht eine Neuauflage des Liedermacher-Festivals an. Außerdem sind zahlreiche Initiativen eingeladen, sich und ihre Arbeit an Ständen vorzustellen. So sind das Diakonische Werk und auch die Dorfmasche Vluyn Pfingsten wieder mit von der Partie. Das Festivaldorf am Solimare wird größer. Wie Claus Arndt, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, gestern mitteilte, ist der Händlermarkt 2017 auf so große Resonanz gestoßen, dass er dieses Pfingstfest um zehn weitere Imbissstände erweitert werden kann. Der Dorfplatz rückt näher an die Festivalhalle heran. Auf der Dorfbühne werden, wie schon letztes Jahr, regionale Bands und Musiker aus dem Hauptprogramm kostenfrei spielen.

Tim Isfort freute sich gestern, dass so viele Moerser Unternehmen dem Sponsoren-Aufruf des Moers Festivals gefolgt sind. Es dürfen jedoch gerne noch mehr werden. So würde Isfort gerne 100 Leihfahrräder aufstellen, damit die Besucher vom Auto aufs Rad umsteigen. "Dafür fehlt uns leider das Geld."

Bürgermeister Fleischhauer zeigte sich begeistert ob des Rückhalts aus der Unternehmerschaft. "Das stärkt uns. Wir hoffen, dass Land und Bund uns ebenso wirtschaftlich unterstützen werden. Dafür wollen wir alles tun." Er zeigte sich optimistisch, dass auch 2021 ein Moers Festival stattfinden wird. Geschäftsführer Arndt will jetzt die nötigen Anträge auf den Weg bringen. Positive Signale für 2019 gibt es noch nicht. Und die Förderung des Bundes gibt es dieses Jahr zum letzten Mal.

(RP)