Wesel: Patent: Licht warnt Radler vor Autotür

Wesel : Patent: Licht warnt Radler vor Autotür

Zülfikar Celik (42) aus Wesel hat eine Idee entwickelt, ein Stück mehr Sicherheit auf die Straße zu bringen – wenn sie denn realisiert wird. Es geht darum, ein tückisches Konfliktfeld zwischen Autofahrern und Radlern zu entschärfen.

Zülfikar Celik (42) aus Wesel hat eine Idee entwickelt, ein Stück mehr Sicherheit auf die Straße zu bringen — wenn sie denn realisiert wird. Es geht darum, ein tückisches Konfliktfeld zwischen Autofahrern und Radlern zu entschärfen.

Die Idee für eine vermeintlich einfache, vermutlich effektive Technik hat eine Nummer: 10 2008 007 424. Die unübersichtliche Ziffernfolge steht für das Patent mit dem sperrigen Titel "Verfahren zur Signalisierung der Öffnung einer Tür eines Kraftfahrzeuges."

Das Prinzip ist simpel: Wenn eine Fahrzeugtür geöffnet wird, schalten sich automatisch die Rückleuchten ein. "Die im Türsockel eingelassenen kleinen roten Warnlämpchen sieht keiner", meint Celik. Das Aufleuchten der Rücklichter ähnlich der Blinkleuchten beim Verriegeln der Türen per Funk soll unmittelbar die Aufmerksamkeit sich von hinten nähernder Radfahrer auf sich lenken und ihn rechtzeitig auf das Hindernis aufmerksam machen.

"Es kommt immer wieder zu Zusammenstößen mit teils schlimmen Folgen, wenn Autos am Straßenrand halten, die Türen aufgehen und Radfahrer die gefährliche Situation nicht frühzeitig erkennen und ausweichen können", sagt der 42-Jährige Erfinder.

Ein persönliches Erlebnis war für ihn Anlass, nach einer Problemlösung zu suchen. Ein Radler hatte sich am Arm verletzt. "Wäre er vorher aufmerksam geworden, wäre der Unfall nicht passiert", ist der 42-jährige Tüftler überzeugt. Die Technik zu installieren und über den Bordcomputer zu steuern, dürfte für Automobil-Hersteller kein unüberwindbares Hindernis sein, denkt Celik. Er verweist auf das dritte Bremslicht in der Heckscheibe, das inzwischen Standard sei. Auch das könnte zur Warnung aufblinken. Er habe sein Patent der Automobil-Industrie vorgestellt. Die habe sich zwar "recht interessiert" gezeigt, aber wolle erst einen Prototypen, so der Weseler. Motto der Autobauer: "Wenn einer baut, bauen wir mit." Inzwischen hat Celik sein Patent auch beim lichttechnischen Institut in Karlsruhe vorgestellt. Urteil da: "Überzeugend, aber ohne Budget kein Prototyp."

Nun setzt der umtriebige Erfinder auf die Politik. SPD-Landtagsabgeordneter Norbert Meesters will den bei Sicherheit im Straßenverkehr umtriebigen Verkehrsminister Ralf Jäger den Gedanken näher bringen. Der 42-Jährige hat auch Otto Fricke, Haushaltsexperte der FDP-Bundestagsfraktion, seine Patentlösung vorgetragen. Der will Bundesfinanzminister Schäuble anschreiben, dem lichttechnischen Institut Mittel für einen Prototypen zur Verfügung zu stellen.

Ein bürokratischer Marathon

Den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club hat Celik bereits überzeugt. Der ADFC hat den Verkehrssicherheitsrat, die Verkehrswacht, den Verband der Automobilindustrie sowie sämtliche Automobilclubs kontaktiert. Roland Huhn, Leiter Verkehr und Technik beim ADFC, verlangt die "verpflichtende Einführung eines Warnsystems". Das Problem, so Huhn: Für das Kfz-Zulassungsrecht sei allein die EU zuständig. Die Brüsseler Bürokratie ist so fern wie mächtig. Aber der Weseler Erfinder in Sachen Sicherheit will nicht locker lassen.

(RP/rl)