Kreis Wesel: Parkdeck am Kreishaus bleibt dicht

Kreis Wesel : Parkdeck am Kreishaus bleibt dicht

Ein Gutachter hat herausgefunden, dass es einsturzgefährdet und nicht sanierbar ist. Ein Neubau wäre möglich, allerdings langwierig und aufwendig.

Das Parkdeck am Kreishaus ist seit Jahren gesperrt und an dieser Situation wird sich nichts ändern: Es ist einsturzgefährdet - Stützen, Konsolen, Deckenbereiche sowie Rampe können jederzeit brechen. Erste Untersuchungen eines Gutachters haben diese Erkenntnis gebracht. Klar ist jetzt auch, was viele bereits ahnten: Es wird weder eine schnelle, noch eine preiswerte Lösung für das Problem geben. Das Deck ist praktisch nicht zu sanieren, so der Gutachter. Die Verwaltung informiert jetzt darüber in einer Vorlage den Bauausschuss.

Ende vergangenen Jahres ist der Grund unterm Parkdeck zwei Monate lang untersucht worden, durch Rammsondierungen und Tiefenbohrungen. Das Ergebnis ist wenig ermutigend: Der Boden unterm Deck setzt sich noch immer. Wollte man die Konstruktion retten, müssten zwei Drittel des Parkhauses ersetzt werden. Zusätzlich müsste das obere Deck neu gegen eindringendes Wasser abgedichtet und der Untergrund aufwendig bearbeitet werden, bevor ein ganz neues Fundament gebaut werden könnte.

Alle Säulen, so der Gutachter, stehen auf Sand. Um Standsicherheit zu erreichen, müsste der mit aufwendiger Techniken stabilisiert werden. Selbst wenn all dies gewollt wäre: Das gesamte Parkhaus ist verschoben und müsste gerade gerückt werden, was die Konstruktion aber nicht erlaube. Fazit: Der Gutachter rät von einer Sanierung ab, Sicherheit könne man auch nach diesem Aufwand nicht garantieren.

Was nun? Eine Überlegung war es, die ganze Konstruktion abzubrechen und an gleicher Stelle neu zu bauen. Das ist möglich, so das Gutachten, allerdings müsste das Deck auf etwa 16 Meter tief in die Erde gerammten Pfählen stehen. Wenn zuvor der Boden entsprechend verdichtet wird sowie Brunnengründung und Fundamente teils zurückgebaut werden, sei ein sicheres Parkdeck möglich. Details erarbeitet das Gutachterbüro derzeit.

Variante drei unter den Vorschlägen war, das Parkdeck nur zum Teil abzubrechen. Übrig blieben ebenerdige Stellflächen. Allerdings müsste dafür unter anderem eine neue Anbindung des Straßenverkehrsamtes geschaffen werden. Und: Es blieben zu wenige Parkplätze übrig, weitere müssten angemietet werden. Auch diese Möglichkeiten sollen genauer geklärt werden.

Einen Neubau an anderer Stelle schließt die Verwaltung aus: Nur zwei Grundstücke kämen in Frage. Sie haben die gleichen Bodenverhältnisse wie der alte Standort, zudem gibt es dort kein Baurecht. Es wären Änderungen des Bebauungs- und des Flächennutzungsplans notwendig - vorausgesetzt, die Stadt Wesel würde mitspielen. Und zu den ohnehin zu erwartenden immensen Kosten kämen weitere für den Kauf der Grundstücke hinzu.

Für Mitarbeiter, Besucher und Anlieger der Nachbarstraßen ändert sich in absehbarer Zeit nichts, die Lage bleibt mit diesen Ergebnissen auf Jahre unverändert.

(sz)
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