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Wesel: Pankok-Museum bricht in eine neue Zeit auf

Wesel : Pankok-Museum bricht in eine neue Zeit auf

Neuer Name, neue Homepage: Das Pankok-Museum Haus Esselt macht sich fit für die Zukunft. Meesters (SPD) stellt eine Million Euro in Aussicht.

Das Gut Haus Esselt mit dem Pankok-Museum ist ein idyllischer Ort. Das Wohnhaus von Otto und Hulda Pankok im Drevenacker Hinterland, 1958 bezogen und aus dem Jahr 1792 stammend, in dem heute Künstlerin Eva Pankok lebt, ist mitsamt der Museumsscheune und dem alten Baumbestand ein Juwel. 40 Jahre hat sich dort wenig bewegt. Nun wird sanft weiterentwickelt, denn, so Uta Schneider von der Regionale 2016, das heutige Privatmuseum soll auf Dauer als öffentliche Einrichtung erhalten bleiben.

Symbol für den Aufbruch in eine neue Zeit war die gestern online geschaltete neue Homepage www.pankok-museum-esselt.de, deren Signal im Logo Otto Pankoks "P" ist und das mit dem geänderten Namen "Pankok-Museum Haus Esselt" Abschied von der Zentrierung auf Otto Pankok nimmt. Das Projekt läuft, gestern wurde der Stand der Dinge vorgestellt.

Dazu gehört ein Neubau mit Cafeteria und Schulungsraum gegenüber dem heutigen Museum mit Waldgarten, mit personeller Struktur in haupt- und ehrenamtlicher Mischung sowie einem inhaltlichen Konzept mit ausgeweiteter Ausstellungstätigkeit, Lernort für Schüler und verstärktem touristischen Angebot. Auch das Wohnhaus, ein museales Stück, in dem die Lebenswelt der Pankoks erhalten geblieben ist, wird mit dem Untergeschoss Teil des Ausstellungsbetriebs sein. Eva Pankok wird es zur Verfügung stellen als Interieur-Ausstellung.

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Zuvor aber wird investiert, fürs Dach und die Außenhülle des Hauses stehen 300 000 Euro aus Denkmalschutzmitteln bereit. Nun geht es um die weitere Finanzierung, wobei die Pankok-Stiftung auf politischen Schub hofft. Den soll der Weseler Landtagsabgeordnete Norbert Meesters (SPD) leisten, der sogleich bis zu einer Million Euro aus den Haushaltsresten 2015 ankündigte. Dieses Jahr habe die Haushaltssperre des Landes Unterstützung verhindert, bedauerte er. Mit der Zusage für nächstes Jahr wäre auch der Neubau in Reichweite. Für Meesters Einsatz gab es vielfaches Lob aus der Pankok-Stiftung, auf ihn bauen die Akteure auch künftig. Denn klar ist, dass das ländliche Kunstmuseum mehr Besucher locken muss, um zu bestehen. Und klar ist, dass es modernisiert werden muss, ohne den erhalten gebliebenen Charme zu verlieren, der einst Otto Pankok zu seinem Alterswohnsitz lockte.

Ein Schritt ist gemacht, denn am Freitag wurde die aktuelle Projektstudie bei der Regionale 2016 eingereicht, die Zukunftsprojekte fördert. Wolfgang Matenaers, Katrin Reuscher und Annette Burger von der Pankok-Stiftung bekräftigten gestern, dass man mit dem Ausbau der Aktivitäten und der baulichen wie inhaltlichen Modernisierung das Haus zukunftsfest machen wolle. "Die Stiftung richtet sich daran aus. Aber das Ehrenamt wird weiter tragende Säule sein", sagte Matenaers.

Genug zu tun gibt es, auch wissenschaftlich. Für 6000 Kohlezeichnungen von den 8000 Werken Pankoks gibt es kein Werkverzeichnis, das Archiv mit Tausenden Briefen harrt der Aufarbeitung. Bei Hulda Pankoks Nachlass als Journalistin und Frauenpolitikerin hilft die Heine-Uni Düsseldorf.

(RP)